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verfügte und dadurch jede Ordnung und Kontrolle unmöglich machte,
so daß die Einkünfte der Zentralstelle ganz unregelmäßige wurden.
Am Anfang des 17. Jahrhunderts gab es zwei kurfürstliche
Kassen: die Kammer und die Hofrentei. Die erstere ist die ursprüngliche
 Verwaltungsstelle aller landesherrlichen Einkünfte gewesen,
von der die letztere erst im 16, Jahrhundert abgezweigt wurde. Nach
der Trennung war die Kammer die Privatkasse des Kurfürsten, die
später den Namen der Chatulle erhielt. Hierhin flossen besondere
Einkünfte, wie namentlich aus den Forsten, der Münze, aus eigenen
Industrieunternehmungen, dann Strafgelder, die Judensteuer usw.
zusammen. Sie waren für ganz persönliche Zwecke bestimmt. Die
Hofrentei ist dagegen die Staatskasse, aus der die Bedürfnisse des
Hofstaates und der allgemeinen Landesverwaltung gedeckt wurden. Sie
bezog die Einkünfte aus Steuern und auch von Domänen, soweit sie
nicht der Chatulle zukamen. Erst im Jahre 1710 wurde sie aufgehoben
 und dafür eine kurmärkische Land- oder Amtskammer-Rentei,
dann für den ganzen Staat die General-Domänenkasse eingerichtet.
Für Kriegszwecke bestand so lange keine besondere Kasse, als
kein stehendes Heer vorhanden war. In besonderen Fällen wurden
von den Landständen Kriegskontributionen bewilligt, deren Erhebung
und Verwendung besonderen Kriegskommissionen übertragen wurde.
Erst in den siebziger Jahren des 17. Jahrhunderts wurde auch hierfür
eine feste Kasse eingerichtet, Bis dahin ist es natürlich unmöglich,
eine vollständige Uebersicht über die Einkünfte des kurfürstlichen
Staates zu gewinnen.
Gleich im Begiune seiner Regierung begann der große Kurfürst,
das Finanzwesen neu zu organisieren. In dem Geheimen Rate wurde
eine eigene Abteilung aus 3—4 Mitgliedern, den Staats-Kammer-Räten
 gebildet, welchen die Sorge für die Einnahmen und Ausgaben
des Staates übertragen wurde. Sie hatten die Domänen und Forsten,
die Steuern und Kriegskontributionen unter sich und mußten auf genaue
 Rechnungsführung halten. In den siebziger Jahren wurde diese
Abteilung in die Hofkammer und das General-Kriegsdepartement
 entsprechend der Bestimmung ihrer Einkünfte geteilt. Der
ersteren fielen die Domänen, der zweiten, der Kriegskasse, die Steuern
zur Verwaltung und Verwertung zu. Daneben bestand nach wie vor
die Chatulle, deren Haupteinnahmequelle die Forsten blieben; aus dem
neuerworbenen Preußen traten die Einnahmen aus dem Bernsteinregal,
dem Störfang und aus einigen angekauften Gütern hinzu. Die Einnahmen
 derselben beliefen sich auf durchschnittlich 122000 Taler.
Außerdem blieb noch die alte Hofrentei für die Kurmark bestehen,
der die Einnahmen aus den Domänen dieser Provinz mit 150—200 000
Taler, jedoch nach Abzug der erheblichen Beiträge an die Chatulle,
zufielen. Im Jahre 1652 wurde die erwähnte Naturalwirtschaft auf
den Domänen in der Hauptsache abgeschafft. Dadurch vergrößerte
sich aber der Geldumsatz erheblich, und für die Verwaltung desselben
wurde eine neue Kasse, die Hofstaatsrentei eingeführt, Sie bezog
bestimmte Einnahmen seit 1681 aus Domänen und verschiedenen
Steuern im Betrage von 231200 Taler, ;
Nachdem 1675 die Domänen in Administration genommen waren,
wurden sie gegen Ende der Regierung des großen Kurfürsten auf sechs
Jahre verpachtet, Eine Haupteinnahmequelle war das Salzregal
(70000 Tlir.), weniger das Regal des Handels mit Mühlsteinen