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in der Kurmark, Zu den alten Zöllen trat noch der auf aus- und
durchgehendes Getreide hinzu, mit z0—30 000 Tlir., ferner das Münzund
 Postregal. Letzteres brachte 1687/88 gegen 80000 TIr. Dazu
kam eine neueingerichtete Chargensteuer (Abgabe bei Neubesetzungen
 von Aemtern und Verleihung von Titeln bis U, des Jahresgehalts),
 die zugunsten der Marine eingerichtet wurde. Alle diese
Abgaben gehörten zu den „Domänenrevenüen“, die also wesentlich
 über die aus Domänengütern erzielten Summen hinausgingen und
nach der Bestimmung der Einkünfte bezeichnet wurden, zum Unterhalt
des Kurfürsten, seines Hauses und Hofes, seiner Hof- und Staatsbeamten
 zu dienen.
Diese Domäneneinkünfte können in den letzten Jahren der Regierung
 des großen Kurfürsten auf rund 800 000 TIr. angenommen werden.
Auf dem Lande wurden außerdem noch die alten Urbeden
(eine. Grundsteuer) und die Biersteuer, auf die wir später zurückkommen,
 erhoben, deren Ergebnis für allgemeine Verwaltungszwecke
der Provinzen bestimmt war. .
Zur Unterhaltung eines stehenden Heeres, das allmählich von dem
großen Kurfürsten gebildet und bis auf 30000 Mann gebracht wurde,
setzte er nach langen Kämpfen mit den Ständen 1660 regelmäßig zu
zahlende Kontributionen oder Kriegsgefälle an, während bis dahin
nur eine geringe Lizenz-Abgabe erhoben war. Dazu kamen 1663 von
der Ritterschaft 40 TIr. für jedes zu stellende aber nicht in natura
gestellte Pferd, während die Städte 1667 statt der Kontribution eine
indirekte Abgabe, die Akzise, zu zahlen hatten. In Zeiten der Not
wie 1677—79 wurde aber noch eine außerordentliche Kopfsteuer oder
ein Kopfschoß zu 200000 Tlir. eingefordert, zu der der Kurfürst
selbst 1000 und seine Gemahlin 500 TIr. beisteuerten. 1682 wurde
noch als regelmäßige Auflage eine besondere Stempelsteuer eingeführt.
 Die regulären Einnahmen der Kriegskasse betrugen 1686
1620526 Tir., so daß die gesamten Staatseinnahmen jenes Jahres
auf 2,5 Mill. Tlr. anzunehmen sind. Zwei Drittel der Einnahmen
wurden also schon damals für Mılitärzwecke verwendet. Allerdings
hatte diese Kasse auch Ausgaben für den diplomatischen Verkehr und
mitunter auch ganz andere extraordinäre Leistungen für Geschenke usw.
zu bestreiten. Mit den aufgeführten Summen allein hätte der Kurfürst
seine erfolgreichen Kämpfe nicht durchführen können. Es traten noch
erhebliche Subsidien der verbündeten Mächte im Betrag von 2,8 Mill.
Tir. und das Ergebnis einer Anleihe von 689756 TIr. hinzu, die allerdings
 zum großen Teile aus den laufenden Einnahmen während der
Regierung getilgt wurde.

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Die Finanzverhältnisse unter FriedrichI., Friedrich
Wilhelm I und Friedrich Il
Ein Hauptverdienst des Kurfürsten Friedrich III. bestand darin,
daß er die regelmäßige Aufstellung von Voranschlägen verlangte und
das ganze Rechnungswesen verbesserte, vor allem die persönlichen Verfügungen
 über spezielle Einnahmen beseitigte, so daß fortan sämtliche
Bezüge in den Staatskassen auch wirklich vereinnahmt wurden und
von. der Zentralkasse gebucht werden konnten. Der verunglückte Versuch
 einer Vererbpachtung von Domänen hat ‘eine nachhaltige Be-Ak
