GEM RENNEN

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teils zur Ansammlung eines Staatsschatzes. Dadurch gelang es ihm,
sein auf 80000 Mann vergrößertes Heer ohne Kopfsteuer aus den
regulären Einnahmen zu unterhalten.
&amp;r verbesserte die Kontributionsverfassung und legte den Rittergütern
 unter Beseitigung des alten Lehnverbandes eine feste Grundabgabe
 auf, als Lehnskanon oder Lehnpferdegelder (mit circa
56000 TIr.). In Ostpreußen und Litauen zahlten die Güter Servis,
Reitergelder, Kopfgeld, Schoß, Viehschatz usw. Schon der große
Kurfürst hatte mit dem Landtag verhandelt, um dafür. einen General-Hufenschoß
 einzuführen, konnte ihn aber nicht durchsetzen. Der
König aber führte ihn zum Segen des Landes trotz des Widerstandes
des Adels ein (G. Droysen, Geschichte der preuß. Politik, IV. T.,
Bd. I, Leipzig 1869, S. 197). Die ursprünglich auf Preußen beschränkte
Akzise wurde auf die Städte des übrigen Landes ausgedehnt; die
Perücken- und Karossensteuer aber 1717 aufgehoben. Die
Stempelabgaben wurden erweitert und erhöht, brachten aber nicht
mehr als 36000 TIr. ein. Die Einnahmen der Kriegskasse beliefen
sich 1739—40 auf 3616 251 TIr., die der Domänenkasse auf 2491 166 Tlr.
Der gesamte Staatsetat erhob sich daher auf über 6 Mill. Tlr. gegen
4 Mill. im Jahre 1714 (Droysen, a. a. O., IV. T., 4. Abt., S. 507).
Der König hinterließ einen baren Schatz im Bestand von 11,3 Mill. Tir,
Unter Friedrich II. erhöhten sich die Handgelder des Königs
schon in den ersten Jahren seiner Regierung auf 134000 TIr. ;
Bis zum siebenjährigen Kriege blieben die Finanzeinrichtungen
unter der Regierung Friedrich des Großen in der Hauptsache unverändert,
 nur daß einige Erhebungen schärfer gehandhabt wurden. Es
genügte, um bis 1756 wieder einen Schatz von 13 Mill. Tlr. zusammenzubringen,
 der allerdings von dem Kriege schon im ersten Jahre absorbiert
 wurde. Wir übergehen die Maßnahmen des Königs, um sich
in der Kriegsnot die nötigsten Mittel zu verschaffen, besonders die
Münzverschlechterung, die Auszahlung der Besoldungen und Pensionen
in Kassenscheinen, die nur zu einem erheblich niedrigen Kurse unterzubringen
 waren, usw. Von dauernder Bedeutung sind nur die Kinrichtungen
 nach dem siebenjährigen Kriege geblieben. Dem Könige
ag alles daran, die Einkünfte erheblich und dauernd zu steigern, um
Mir einen neuen Krieg gerüstet zu sein und ein größeres Heer unternalten
 zu können.
Die Domänen wurden öffentlich an den Meistbietenden verpachtet,
anfangs auf 6, später zum Teil auf 12 Jahre, wodurch erhöhte Einnahmen
 erzielt wurden. Weniger günstig wirkte die Einrichtung einer
Lotterie im Jahre 1763 und zwar des Zahlenlottos, das erst 1810
durch die Klassenlotterie ersetzt wurde. (Ertrag anfangs 60000 Tir.,
zpäter nur 25-—40000 'TIr.) Zwei ‚Jahre darauf erfolgte die Mono.
polisierung des Handels mit Rauch- und Schnupftabak. Anfangs.
 wurde die Verwertung gegen eine Million Taler Pacht vergeben,
1766 aber in eigene Regie genommen. 1786—87 wurden 1140778 Tir.
eingenommen.
Die einschneidendste Maßregel des Königs, die sich aber als sehr
verfehlt erwies, war die bekannte Uebertragung der Verwaltung aller
Akzise- und Zoleinkünfte an französische Unternehmer unter
Gewähradministration, welche mit einer Menge französischer Beamten
die gründlich verhaßte, sogenannte „Regie“ durchführten. Der bis-