66 — {rbeitsteilung im großen unter Be- ıntzung von Maschinen. Standardisie- rung. kation usw. beobachten, wo von einer Anzahl Arbeitern, Arbeiterinnen und Kindern jede Person einen Teil der Arbeit auf sich nimmt, die eine z. B. das Holz in kleine, gleichmäßige Stücke zersägt, die von einer anderen sofort an der Drechselbank in Kegel, Puppen usw. verwandelt werden, während eine Anzahl Kinder, von denen jedes ein oder zwei Farbentöpfe vor sich hat, derart beschäftigt wird, daß das eine mit ein paar Strichen mit seiner Farbe den Rock der Puppe bemalt, sie dem Nachbar zuschiebt, der mit anderer Farbe die Beinkleider, ein dritter Hut, Stiefel, Knöpfe darauf trägt, bis die ganze Bemalung fertig ist. So fällt durch die Vermeidung jedes unnützen Wechsels auf jeden Arbeiter in der Stunde eine außerordentlich große Zahl von fertiggestellten Stücken. Durch Ausbildung des Betriebes im großen und besonders durch die Heranziehung der Maschine, wird gerade dieses Moment der Arbeits- teilung in hervorragender Weise zur Ausnützung gelangen. Ein solches Beispiel bietet der Großbetrieb in der Schlächterei. Während der kleine Handwerker das Ausschlachten eines Tieres von Anfang bis zu Ende selbst vollzieht und deshalb an einem Tage nur wenig Stücke zu be- wältigen vermag, ist die Arbeitsleistung z. B. in der großen Schlächterei von Armour in Chicago durch Arbeitsteilung in der gewaltigsten Weise gesteigert. Ein Mann tut daselbst nichts, als dem in einen kleinen Raum zu ihm getriebenen Schwein eine Kette um einen Hinterfuß zu schlingen, wozu er kaum mehr als eine Minute gebraucht. Die an einem großen Rade befindliche Kette wird mit dem Schwein von einer Maschine in die Höhe gezogen, führt dasselbe auf ein kleines Rad, auf welchem es von selbst auf einer Schiene langsam weiter fährt, einen zweiten Mann passiert, der nichts tut als dem vorbeifahrenden Schweine mit einem Stich am Halse die Schlagader zu öffnen. Während das Tier auf der Schiene weiter fährt, verliert es das Blut, welches in einer Rinne aufgefangen wird. Am Ende der Schiene fällt es von selbst in einen großen Kessel mit heißem Wasser, wird darin umgewälzt and in einen Zylinder geschoben, in dem eine Maschine die Borsten abschabt. Sobald es aus dem Zylinder unten herausfällt, werden die Reste der Borsten von ein paar Arbeitern ergänzend beseitigt und das Tier wieder mittels Ketten auf eine neue Schiene hinaufgezogen, auf der es weiter in den Arbeitsraum rollt, um zerteilt zu werden. Der erste der in einer Reihe stehenden Arbeiter schlitzt den Leib auf, der zweite nimmt einen Teil der Eingeweide heraus, der dritte und vierte die übrigen, um sie in bestimmte Fässer zu verteilen; die Folgenden zerlegen das Tier in wenig Minuten in verschiedene Teile, die dann als Schinken, Speckseiten usw. zur weiteren Behandlung in die einzelnen Abteilungen des großen Etablissements gelangen. In kaum anderthalb Stunden ist der Schlachtprozeß beendigt und es können Hunderte von Tieren pro Arbeiter auf diese Weise an einem Tage mit Hinzuziehung der Maschinen geschlachtet werden, obgleich die Hauptleistung der menschlichen Hand vorbehalten bleibt, die aber durch die Organisation zu so ungleich höherer Leistung gebracht werden konnte. In einer Stunde können dort 800 Schweine und 300 Ochsen geschlachtet werden. Von besonderer Bedeutung hat sich die sogenannte Standardi- sierung erwiesen, die besonders in Amerika ausgebildet ist. Man ver- steht darunter die Herstellung bestimmter Typen, die sich bewährt haben, völlig gleichartig, daher ersetzbar sind, in Massen und ev. in Vorrat. Das ist in der Landwirtschaft wie in der Industrie von höchster Bedeutung.