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Zu den Staatswissenschaften zählt man ferner die St4% is tik,/64Statiticz
aufgefaßt sowohl als Staaten- oder Zustandskunde, w A die »”
Aufgabe hat, die Verhältäisse des Volkslebens-yuäntitativ zu Lesen, ww
und zur Darstellung zu bringen, was gegenwärtig gewöhnlich der 1
graphie überlassen wird, sowie als vergleichende Statistik, welche...
durch zahlenmäßige, systematische Massenbeobachfung die sozialen.
und wirtschaftlichen Erscheinungen nicht nur zu konstatieren, sondern
dürch bestimmte Gruppierung und Vergleichung auch in ihren Ur-
sachen und Konsequenzen zu ergründen Strebi.. Sie geht mit der
Nationalökonomie Hand in Hand in der Untersuchung der vorliegenden
Erscheinungen des Wirtschaftslebeus, führt dieselbe aber allein zahlen-
mäßig durch und geht wesentlich darüber hinaus, sowohl in der Be-
völkerungs- wie in der Moralstatistik, die es mit dem geistigen Leben
zu tun hat. Die Nationalökonomie hat der Statistik viel Material zu
verdanken, das sie sich selbst nicht verschaffen kann. Die Statistik hat
außerdem die Aufgabe, die Aufstellungen der Nationalökonomie zu kriti-
sieren, indem die ziffernmäßigen Ergebnisse rein objektiven Charakter
bewahren, dem subjektiven Ermessen des Forschers einen weit ge-
ringeren, vielfach gar keinen Einfluß gestatten. Sie ist daher durch
die Erweiterung und korrektere Herstellung ihres Zahlenmaterials in
der neueren Zeit ein unentbehrliches Hilfsmittel für die national-
ökonomische Forschung geworden. Wir haben. es dabei. sowohl mit einer
Forschungsmethode zu tun, die in den verschiedensten Disziplinen zur
Anwendung kommt, wie mit einer besonderen Wissenschaft mit eigenem
Forschungsgebiet, auf dem die Methode zur Anwendung kommt.
Noch heutigen Tages wird vielfach die politische Oekonomie als
Teil der Kameralwissenschaften oder sogar mit diesen identisch
aufgefaßt. Der Name indessen ist durchaus veraltet, und die Anwendung
desselben kann nur zur Verbreitung schiefer Auffassungen Anlaß geben.
Man faßte insbesondere im 18. Jahrhundert unter dem Namen Kameral-
wissenschaften alle die Disziplinen zusammen, deren Kenntnis man außer
der Jurisprudenz von den Finanzbeamten der landesherrlichen Kriegs-
und Domänenkammer verlangte und daher stammt der Name.
Dazu gehörten aber außer der politischen Oekonomie die Polizei-
wissenschaft und die technischen Disziplinen oder Gewerbswissen-
schaften, wie die Land- und Forstwirtschaftslehre, welche für die
Domänenbeamten wünschenswert waren, außerdem die Technologie,
Bergwerks- und Handelswissenschaften. Die Gewerbswissenschaften
beschäftigen sich aber ausschließlich mit den technischen Vorgängen
des Gewerbes, also der Betriebsweise, dem Ackerbau, der Viehzucht,
der Forstkultur usw. Die politische Oekonomie dagegen läßt diese
außer acht, berücksichtigt vielmehr nur die volkswirtschaftlichen
Wirkungen des Betriebes und untersucht mithin die Stellung der
Gewerbe innerhalb der Volkswirtschaft und im Zusammenhang mit
derselben. Es sind deshalb die Gewerbswissenschaften völlig von der
politischen Oekonomie zu trennen, und die zusammenfassende Be-
zeichnung der Kameralwissenschaften sollte fallen gelassen werden.
„In der neueren Zeit hat man der Volkswirtschaft die Welkwirtschaft
(Harms, Volkswirtschaft und Weltwirtschaft 1912), der Volkswirtschafts-
Jehre eine Weltwirtschaftslehregegenüberstellen wollen; unserer
Ansicht nach mit Unrecht. Ein internationaler wirtschaftlicher Ver-
kehr ist vorhanden gewesen, sobald sich eine Volkswirtschaft ent-
wickelt hatte; und hat er sich auch in neuerer Zeit gewaltig ver-

. Kameral-
vissenschaften.