kategorie. Sonst könnte man ebenso unterscheiden zwischen einem
besonderen Nahrungswert, Kleidungswert usw. Rau unterschied noch
zwischen einem abstrakten und konkreten Gebrauchswert. Unter
dem ersteren verstand er die Tauglichkeit eines Gegenstandes, mensch-
lichen Zwecken überhaupt dienen zu können, wie also die Brennkraft
der Kohle, durch welche Wärme erzielt werden kann; des Eisens, sich
in verschiedene Formen umarbeiten zu lassen. Dieser abstrakte
Gebrauchswert ist dann aber nichts anderes als die Brauchbarkeit auf
Grund der natürlichen Eigenschaften des Gegenstandes, Die Brauch-
barkeit allein. aber verleiht_dem Gegenstande. noch..keinen ‚Wert, €
müß der schätzende Mensch hinzutreten, und er muß auch in der Lage
sein; von den Kigenschaften des Dinges Nutzen zu ziehen; - Die.freien
Güter haben Brauchbarkeit, aber keinen Wert. Die Kohle, welche
an einem unzügänglichen "Orte ruht; hat ebensowenig Wert, wie das
Holz in einem Urwalde, welches später einmal, wenn die Pioniere
der Kultur in jenen Distrikt eindringen, Wert erlangen kann. Man
gebraucht bereits den Ausdruck Wert, wo nur die eine Grundlage für
denselben vorliegt, und hat Verwirrung herbeigeführt, indem man die
Worte Nutzbarkeit und Wert identifizierte. Als konkreten Ge-
brauchswert bezeichnete Rau demgegenüber die Tauglichkeit eines
Gegenstandes, unmittelbar vorliegenden menschlichen Bedürfnissen
zu dienen, und hier ist man wohl in der Lage, den Ausdruck Wert
bereits anzuwenden. Nun ist aber doch unter Umständen die Tauglich-
keit eines Gegenstandes für ein vorliegendes Bedürfnis gerade in der
Möglichkeit gelegen, ja er ist vielleicht allein dazu zu verwerten, andere
Gegenstände damit einzutauschen, z. B. ein Hundertmarkschein. Hier
fallen also Tausch- und Gebrauchswert völlig zusammen. Auf der an-
deren Seite wird ein Vorrat Getreide, welchen ein Landwirt aufge-
speichert hat, nicht nur danach geschätzt, welchen Nutzen dieser davon
in der eigenen Wirtschaft zu ziehen vermag, sondern auch, was er da-
für eintauschen oder durch Verkauf damit erlangen kann. Der Tausch-
wert beeinflußt somit den Gebrauchswert, sie lassen sich gar nicht
trennen, sobald man den Gegenstand in der Volkswirtschaft beobachtet,
and mit ihr haben wir es hier zu tun. Es ist ferner klar, daß, um
weiter diese Ausdrücke anzuwenden, Tauschwert nur vorhanden ist, wo
ein Gebrauchswert vorliegt, der letztere bestimmt den ersteren. Auch
hier erscheint eine Trennung beider vollständig untunlich. Der Aus-
druck Wert wird hier nur uneigentlich gebraucht, wo es sich allein
am einen Faktor der Wertbestimmung handelt.

_ Eine zweite, gegenwärtig sehr allgemein akzeptierte Einteilung ist
die nach Neumann und von Böhm-Bawerk in objektiven und
subjektiven Wert. Der erstere ist „die anerkannte Tüchtigkeit eines
Gutes zur Herbeiführung irgend eines.einzelnen. äußeren Erfolge8" der
Jetztere „die praktische Bedeutung, die ein Guf für den Interessenkreis
eines bestimmten Subjektes-dadurch erlangt, daß_dieses-sein. Wohl.
befinden in’ irgend einem Stücke vom Besitze-des Gutes-abhängig weiß“.
Nach dieser Definition fällt der Objektive Wert mit dem abstrakten
Gebrauchswert zusammen, wie er im allgemeinen im Nahrungswert des
Getreides, Heizwert der Kohle usw. liegt, was, wie wir sahen, die Nütz-
lichkeit eines Gutes bedeutet und nur eine Grundbedingung des Wertes
ist, nicht aber der Wert selbst. Böhm-Bawerk führt deshalb weiter
aus, daß für die wirtschaftliche Betrachtung der objektive Tausch-
wert der Güter die größte Wichtigkeit habe, „das ist die auf. den

Objektiver und
subjektiver
Wart