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Momente dem Pferde einen höheren Wert für seine individuellen Ver-
hältnisse zuzuerkennen, als der gemeine oder volkswirtschaftliche Wert
sei. Der gezahlte Preis wird dann aber doch der subjektiven Wert-
schätzung des Käufers entsprochen haben. Wenn Marx nun selbst
auf der einen Seite erklärt, Bd. III, 2. Abt,, S. 188: „Der Preis ist
normaliter nichts als der in Geld ausgedrückte Wert“, dann aber an-
erkennt, daß Grund und Boden, auf den noch keine Arbeit verwendet
ist, einen hohen Preis haben kann, auch ohne daß derselbe bereits be-
arbeitet war, und dann sich darüber hinforthilft, indem, er Bd. IIL,
S. 162 sagt: „Da die Erde nicht das Produkt der Arbeit ist, also auch
keinen Wert hat“, mithin einen strikten Gegensatz zwischen Preis und
Wert macht, so sind das unlösbare Widersprüche. In gleicher Weise
entzieht er sich den Konsequenzen seiner Begriffsdefinition, wenn er
Bd. IM, S. 292 sagt: „Von eigentlichen künstlerischen Gegenständen
nicht zu reden, deren Betrachtung der Natur der Sache nach von
unserem Thema ausgeschlossen ist.“ Da nun das Seltenheitsmoment
und auf der anderen Seite die qualifizierte Arbeit überall in unserer
Volkswirtschaft eine hervorragende Rolle spielen, so schließt Marx *)
selbst die Anwendbarkeit seiner Begriffsdefinitionen auf unsere volks-
wirtschaftlichen Verhältnisse aus. Sie wird zur Erklärung der Tat-
sachen unbrauchbar und hat allerdings wesentlich zur Verwirrung der
Anschauungen beigetrageBanmesu.Gunun ;

Die Summe aller wirtschaftlichen Güter, welche im Eigentum einer

_ physischen oder Juristischen Person oder A An Ta aften stehen,
nennen wir Vermögen. Dazu gehören nach dem Irüher Gesagten
THicht-nur Sachgüter, sondern auch Rechte, so Pacht-, Patent-, Verlags-
rechte. Denselben stehen gegenüber Schulden, die von dem Vermögen
in Abzug gebracht werden müssen, um den Wohlstand einer Person
in Geld festzustellen.

Man spricht auch von Volksvermögen, doch ist der Begriff
des Vermögens durchaus privatwirtschaftlich aufzufassen und setzt die
Schätzung in Geld voraus. Der Staat kann deshalb personifiziert als
Fiskus Vermögen besitzen, so gut wie Schulden haben. KEin Volk dis-
poniert aber über eine Menge Güter, die nicht im Verkehre geschätzt
werden können und doch von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind,
wie natürliche Wasserstraßen, Häfen usw. Außerdem treten, wie
später noch näher darzulegen sein wird, innerhalb eines Landes Wert-
erhöhungen ein, welche anscheinend das Volksvermögen steigern, tat-
sächlich aber nur eine Wertverschiebung in sich schließen und daher
den Wohlstand der Gesamtheit unberührt lassen, wie bei Kurssteigerung
von Papieren, Erhöhung der Preise des Grund und Bodens und der
Häuser in den Städten usw. Man wird daher den Ausdruck Volks-
vermögen nur mit großer Vorsicht anwenden dürfen.

‚ 3) K. Marx, Das Kapital, Bd. III, 2, Abt.,+S. 173: „Es ist endlich festzuhalten,
daß der Preis von Dingen, die an und für sich keinen Wert haben, d. h. nicht das
Produkt der Arbeit sind, wie der Boden, oder die wenigstens nicht durch Arbeit
reproduziert werden können, wie Altertümer, Kunstwerke bestimmter Meister usw.,
durch sehr zufällige Kombinationen bestimmt werden kann. Um ein Ding zu ver-
kaufen, dazu gehört nichts, als daß es monoupolisierbar und veräußerlich ist.“

S. 188 ebenda: „Der Wasserfall, wie die Erde überhaupt, wie alle Naturkraft,
hat keinen Wert, weil er keine in ihm vergegenständlichte Arbeit darstellt, und
daher auch keinen Preis, der normaliter nichts ist, als der in Geld ausgedrückte
Wert. Wo kein Wert ist, kann eo ipso auch nichts in Geld dargestellt werden.“

. .S. auch Karl Diehl, Ueber das Verhältnis von Wert und Preis im ökono-
mischen System von Karl Marx. Jena 1898.

Vermögen.