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gänzung benutzt. Auch in der gebildeten Klasse ist die Körperpflege
eine völlig unzureichende. In den Schulen geschieht noch heutigen
Tages die Ausbildung des Geistes ohne genügende Rücksicht auf das
körperliche Wohl, während man in England und noch besser in der
Schweiz das Vorbild hat, wie sich Beides vereinigen läßt, den Körper
und den Geist methodisch zu bilden, ohne geringere Anforderungen an
geistige Leistungen zu machen als hier. Dies betrifft ebenso das weib-
liche wie das männliche Geschlecht, Wird bei dem letzteren durch
die militärische Dienstzeit manches ausgeglichen, so doch gerade nicht
bei denen, die es am meisten gebrauchen, bei den schwächlichen
Naturen. Jeder Gynäkologe weiß ferner, daß der Keim zu einer Menge
der verhängnisvollsten Frauenkrankheiten bei uns in den Mädchenschulen
durch die übermäßig sitzende Lebensweise bei geistiger Anstrengung
gelegt wird. Man ist in den Vereinigten Staaten einig darüber, daß
sich der Gesundheitszustand der Frauen durch die methodische An-
wendung des Sports gebessert hat.

Der verhängnisvollste Feind jeder Leistungsfähigkeit, der auch
unter unseren Verhältnissen eine große Gefahr der Degenerierung in
sich schließt, ist der Alkoholismus. Ein übergroßer Teil der Be-
völkerung der Gefängnisse, der Irrenanstalten und der Armenhäuser
ist durch Alkoholismus in diese Stätten gekommen. Die verheerendste
Wirkung übt der regelmäßige Konsum des Alkohols als tägliches
Nahrungsmittel aus, der, wie die medizinische Wissenschaft in der
neueren Zeit klargelegt hat, allmählich das Nervensystem zerstört und
die traurigsten Folgen mit sich bringt. In Deutschland hat zwar im
Laufe des letzten Jahrhunderts die Trunksucht im Sinne des Sich-
betrinkens abgenommen, der regelmäßige Konsum dagegen be-
denklich zugenommen und bedroht die Leistungsfähigkeit der Be-
völkerung in hohem Maße. Erst in neuester Zeit ist hierin eine
Besserung eingetreten, aber mehr in dem Mittelstande, als in der
Arbeiterbevölkerung. Das Nürnberger Arbeitersekretariat stellte vor
wenig Jahren die Ausgabe für Alkohol bei 44 Arbeiterfamilien durch-
schnittlich auf 9,53 °% des Einkommens fest; Fuchs bei 14 Fabrik-
arbeiterfamilien in der Umgegend von Karlsruhe auf 12,6 %,.

Ungleich wichtiger für die Volkswirtschaft als die physische Arbeits-
kraft ist auf unserer Kulturstufe die intellektuelle Leistungs-
fähigkeit. Sie wird bedingt durch: 1. das Gedächtnis, 2. die
Fassungsgabe, 3. die Formgewandtheit, 4. die Konzentrations- und
Kombinationsgabe.

Das Gedächtnis ist die Grundlage für die Ansammlung von Er-
fahrung und Wissen. Ein gutes Gedächtnis wird deshalb die größte
Erleichterung für jede geistige Ausbildung gewähren. Hierin erscheinen
nach unserer Beobachtung die Slaven und Romanen den Germanen im
Durchschnitte erheblich überlegen. Wir finden ein gutes Gedächtnis,
Wenn auch vielleicht nur auf enge Gebiete begrenzt, selbst bei den
Negern und anderen primitiven Völkerschaften; bei Frauen mehr als
bei Männern. Ein gates Gedächtnis ist aber nur ein vorzügliches
Hilfsmittel und bedingt an und für sich die Leistungsfähigkeit keines-
wegs. Es erleichtert das Vorwärtskommen in der Schule, besonders
bei der Erlernung der Sprachen. Daher die häufige Beobachtung, daß
tüchtige Schüler im späteren Leben doch nicht viel leisten, und um-
gekehrt infolge ihres schlechten Gedächtnisses nur langsam fort-
kommende Schüler im späteren Leben sich unerwartet gut bewähren.

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Intellektuelle
Eigenschaften.