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Schaffung von Konsumtibilien. Die Neger sind fortdauernd nur tätig,
am den zum täglichen Leben unumgänglich notwendigen Unterhalt zu
yewinnen. Darüber hinaus arbeiten sie im allgemeinen nicht. Nur aus-
nahmsweise vereinigen sie sich zur Herstellung ihrer primitiven Hütten,
nebenbei fertigen sie ihre Kleider, ihre Waffen usw. an. Die Kapitals-
bildung tritt nur ausnahmsweise auf. Anders in unserer Zeit, wo um-
gekehrt der größte Teil der Menschen mit der Herstellung von Hilfs-
mitteln für die Produktion tätig ist, weil jetzt fast alles mit sozusagen
bewaffneter Hand ausgeführt wird, und fast jeder Konsumtionsartikel
eine umfassende Umarbeitung erfordert, bis er zum Gebrauche fertig
ist. Die Richtung der Produktion hat einen anderen Charakter ange-
nommen und setzt allgemein die Kapitalsschaffung voraus. Das Sparen
tritt mehr privatwirtschaftlich als volkswirtschaftlich hervor.
re Kulturförtschritt setzt eine Kapıtalsvermehrung voraus und
begünstigt auf der anderen Seite dieselbe in besonderem Maße. Es
muß ein erheblicher Vorrat von Unterhaltsmitteln vorhanden sein, be-
vor ein Teil der Menschen sich allein darauf legen kann, Geräte an-
zufertigen oder gar für geistige Bedürfnisse tätig zu sein. Solange
Jer Mensch der Hilfsmittel entbehrte, die seine Arbeitskraft erhöhten
und es ihm erleichterten, die Natur zu beherrschen, solange brauchte
ar seine ganze Kraft fast allein zur Herstellung von Nahrung, Kleidung,
Wohnung usw. Erst als seine Schaffenskraft durch Erfindungen aller
Art bedeutend gesteigert war, reichte die Arbeit eines kleinen Prozent-
zsatzes der Bevölkerung dazu aus, der Gesamtheit die nötige Nahrung
asw. zu liefern, während die übrige nun ihre Tätigkeit auf Schaffung
weiterer Hilfsmittel, dann der Gegenstände von Kunst und Wissenschaft
konzentrieren konnte. Erst durch diese letztere, durch die Erfindungen
aller Art, war der wirtschaftliche Aufschwung möglich, welchen die
Neuzeit uns gebracht hat. So bedingen sie sich beide gegenseitig.
Die..Kapitalsvermehrung fördert die Kulturentwicklung, die letztere
trägt wiederum wesentlich zur Steigerung der Kapitalsbildung bei.

Die Neuschaffung des Kapitals in einem Lande wird nun durch
verschiedene Momente beeinflußt. Die Grundlage dafür ist ein geord-
netes Staatswesen, welches Ruhe und Sicherheit garantiert, einen Jeden
in seiner Rechtssphäre schützt. Die Intelligenz, der Fleiß und der
Sparsinn des Volkes, der Unternehmungsgeist sind maßgebend für den
wirtschaftlichen Fortschritt. Sie werden natürlich zur Kapitalsbildung
angeregt durch die Produktivität der Arbeit, welche wiederum durch
die natürlichen Bedingungen wesentlich bestimmt wird. Je höher der
Ertrag der eigenen Nutzung oder der Zins bei Gewährung von Dar-
jehen, um so größer wird der Anreiz zur Kapitalsbildung sein. Diese
verringert sich und hört schließlich auf, wenn der Ertrag in keinem
richtigen Verhältnis mehr zur Mühe und Entbehrung steht, welche sie
erfordert.

Je mehr das Kapital in wenig Händen konzentriert ist, um 50
schneller wird es sich vermehren, da es im Großen bessere Verwertung
findet, und ein geringerer Prozentsatz der Rente zum Unterhalt wieder
ausgegeben werden muß. Dadurch kann sehr wohl die Grenze der
angemessenen Kapitalsbildung überschritten werden und die Veraus-
gabung eines größeren Teiles des Nationalertrages sich als wünschens-
wert erweisen, um durch einen stärkeren Konsum die Produktion an-
zuregen und vorteilhafter zu machen, den Umsatz, den wirtschaftlichen
Betrieb zu heben oder zu beschleunigen.

renzen der
Kapitals-
bildung.