jereinsames
Interesse der
T’auschenden.

um so öfter fungiert er als Mittelglied. Das Getreide wandert zum
Müller, als Mehl zum Bäcker, als Brot ev. noch zum Händler, von da
erst zum Konsumenten. Ist das Erz gewonnen, so wird es in der
Hütte ausgeschmolzen und ausgewalzt, in der Schlosserei einer Fabrik
zu einem Teile einer Maschine verarbeitet, um dann erst wieder in
einer anderen mit den verschiedensten Ergänzungsstücken zu einem
Ganzen zusammengefügt zu werden.

Wie schon oben (S. 29) bei der Erörterung des Handels ausein-
andergesetzt wurde, müssen bei einem regulären Tausche..beide. Teile
zewinnen oder mindeStens zu gewinven glauben, sonst käme. er nicht
zustande. Infolgedessen besteht eine Gemeinsamkeit der Interessen
zwischen den sich gegenüberstehenden Parteien als Grundlage des
Tausches. Die vielfach verbreitete Ansicht, daß der Vorteil des einen
Teiles nur auf der Schädigung des anderen beruhe, ist völlig irrtümlich.
Selbst bei einem Tausch oder Verkauf, wo der eine Teil offenbar
wucherisch ausgebeutet wird, muß derselbe noch einen Vorteil bei
lem Geschäfte voraussetzen; er würde sich sonst nicht darauf ein-
lassen. Ein Landwirt besitzt vielleicht ein kostbares Pferd und sieht
sich gezwungen, dasselbe zu verkaufen, um einen verfallenen Wechsel
einzulösen. Er findet im Moment keinen Käufer und bietet es schließ-
lich für einen Spottpreis an, nur um dadurch dem Wechselprozesse zu
entgehen, der ihm noch viel größeren Schaden zufügen würde. Unter
normalen Verhältnissen, wie bei jenem oben (S. 28) angeführten Beispiele
des Austausches von Kühen und Pferden zwischen zwei benachbarten
Landwirten, werden beide Teile in gleicher Weise ihre Rechnung finden,
weil keiner in einer Zwangslage ist, aber jeder die Tiere los wird, die
ihm eine Last sind, und diejenigen erhält, die er zur Komplettierung
seiner Wirtschaft gebraucht. Derselbe Vorgang wird auf dem Gemüse-
markte, wie im allgemeinen an der Börse vorliegen, wo die Ware in
Fülle vorhanden ist, und es ebenso nicht an Käufern fehlt. So wird
lurch einen regen Tauschverkehr in einem Lande der Wert der vor-
handenen Gegenstände gefördert und jeder Produktionszweig dadurch
in seiner Tätigkeit erleichtert, wie der Konsument dadurch seinen Be-
larf befriedigt. Dasselbe ist aber auch in dem internationalen Handel
zu beobachten. Wenn zwei Länder nachhaltig miteinander im Aus-
tauschverkehr stehen, so müssen beide dabei einen Gewinn haben,
sonst. wäre er nicht aufrecht zu erhalten. Jedes Land gibt die Ware
ab, die es billiger produzieren kann, als ein anderes, und Wovon es
über Bedarf an Vorrat hat. Es empfängt dafür, was unter anderen
klimatischen und Bodenverhältnissen leichter und in größerem Maßstabe
zyewonnen und gleichfalls im Ueberflusse erzeugt wird, es erhält dafür,
wie z. B. Indien für seine Gewürze, Reis usw. aus Europa Baumwollen-
stoffe, Eisenwaren, die hier billiger und besser durch die Großindustrie
erzeugt werden können als dort. Die merkantilistische Anschauung,
daß ein Land sich nur auf Kosten des Nachbarlandes zu bereichern
vermöchte, mit dem es in Handelsbeziehungen steht, ist daher falsch,
ıbgleich die Anschauung bis in unsere Zeit hinein (Thiers) gefunden
wird. Im Gegensatze dazu ist man in der neueren Zeit bestrebt, die
gemeinsamen Interessen der!Länder zur Grundlage von Han delsverträgen
zu machen und durch gegenseitige Gewährung von Konzessionen
beiden Ländern möglichst viele Vorteile zugänglich zu machen, um
keines unnötigerweise zu schädigen. Es entspricht das offenbar der
yesunden Vernunft.