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für die Volkswirtschaft günstig ausfällt, sondern daß die Wirkung
derselben unter verschiedenen Verhältnissen eine sehr ungleiche ist.
Sie wird schon je nach der Kulturstufe, auf der sich das Volk be-
findet, ungleiche Folgen nach sich ziehen. Ueberall aber gibt es eine
Grenze, worüber hinaus die Verschärfung der Konkurrenz nicht mehr
günstig, sondern vielmehr ungünstig wirkt, worauf wir in der Volks-
wirtschaftsnolitik zurückzukommen haben werden.

Bücher, Entstehung der
Schmoller, Jahrbuch für
Preußische Jahrbücher.

Die Arbeitsteilung.
Volkswirtschaft, 6. Aufl. Tübingen 1909.
Volkswirtschaft. Bd. 13, S. 1005; Bd. 14, S. 45.
Bd, 69, S. 464.

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Unter Arbeitsteilung versteht man die Zerlegung wirtschaftlicher
Tätigkeiten einer Gesamtwirtschaft In eine größere Zahl von Einzel-
fatigkeiten, die “von-verschiedenen Personen ausgeführt werden. Die-
setbe Fand danach” Under verschiedensten‘ Weise ausgebildet werden,
sowohl in der ganzen Volkswirtschaft, wie das in der Entwicklung
der einzelnen Berufs- und Gewerbszweige der Fall ist, wie in dem-
selben Beruf und Gewerbszweige in verschiedene Spezialzweige, und
drittens in demselben Unternehmen, etwa einer Fabrik durch Ueber-
nahme der einzelnen Arbeiten durch verschiedene Personen. -

se Differen- Auch in der Tierwelt sind die primitivsten Entwicklungsstadien
Tierwelt. nur durch wenige Arten gekennzeichnet. Mit der größeren Vervoll-
kommnung zerlegen sie sich in eine immer größere Zahl von Unter-
arten, die sich durch die abweichende Ausbildung einzelner Eigen-
tümlichkeiten ergeben. Die tieferstehenden organischen Wesen ver-
werten dieselben Organe für die verschiedensten Funktionen. Zunächst
sind sie kaum etwas anderes als ein großer Magensack, während auf
höherer Stufe sich neben dem Magen Leber, Niere, Milz usw. an der
Assimilierung der Stoffe beteiligen, und sich für die verschiedensten
Funktionen eine größere Zahl von Sinnesorganen schließlich feinster

Art herausbildet.

Auf primitiver Stufe der Kultur fertigt die Familie selbst an,
was sie gebraucht; eine Arbeitsteilung findet nur zwischen den Ge-
schlechtern statt, indem der Mann in der Regel die Arbeiten über-
nimmt, welche besondere Körperkraft und Schnelligkeit verlangen,
wie Jagd und Fischerei, Bändigen der Haustiere usw., während die
Fräu die Bereitung der Nahrung, Herstellung der Kleidung, Wartung
der Kinder und sonstige häusliche Tätigkeit, häufig auch den ersten
Ackerbau zu übernehmen hat. Freilich gibt es davon Ausnahmen,
indem der Frau auch schwere Arbeit überwiesen wird, während der
Mann sich auf die Bärenhaut legt. Umgekehrt wird gegen das Prinzip
der Arbeitsteilung verstoßen in der Frauenemanzipation, wenn die
Frau Beschäftigungen an sich zu reißen strebt, für welche sie weniger
geeignet ist als der Mann.

Abgesehen von der Arbeitsteilung innerhalb der Familie bildet sich
im Laufe der Entwicklung der Kultur eine Teilung der Tätigkeit der
Bevölkerung in verschiedene Berufs- und Gewerbszweige aus, indem
einzelne Glieder sich auf die Herstellung bestimmter Gegenstände kon-
zentrieren und die übrigen anderen überlassen. Schon bei primitiven