ANgemeines
Tauschmittel.

Viehbgeld.

Sonst. Waren
als allgemeine:
Tanschmittel.

finden, der nicht nur diese Ware abzugeben geneigt ist, sondern auch
die ihm dafür gebotene gerade verwerten kann. Ein Landwirt in
dem Innern Afrikas, der Ueberschüsse an Getreide oder gezogenem
Vieh hat und dafür Rohmaterial oder Gerätschaften für seine Wirt-
schaft eintauschen will, die er nur von anderen Farmern oder Ein-
geborenen bekommen kann, wird längere Zeit gebrauchen, bis er
Jemanden entdeckt, der beiden Bedingungen nachzukommen vermag.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß unsere ganze Volkswirt-
schaft zum sofortigen Stillstand verdammt wäre, wenn plötzlich mit
Zauberschlag alles Geld aus der Welt geschafft wäre, jeder Fabrikant
sich genötigt sähe, seine Arbeiter mit den Nahrungsmitteln, Kleidungs-
stücken usw. unmittelbar zu entlohnen, und jeder Austausch allein
auf gewöhnliche Waren angewiesen wäre. Mit zwingender Notwendig-
keit sehen sich deshalb die Menschen veranlaßt, bei Entwicklung eines
Tauschverkehrs nach einem Gegenstande zu suchen, den man zur
Vermittlung des Tausches gebrauchen kann, d. h. man wählt dazu
einen Gegenstand, der tatsächlich überall gebraucht wird, den deshalb
Jeder gerne annimmt, und der dadurch die größte Absatzfähigkeit
besitzt. Dieser Gegenstand wird dann nicht nur eingetauscht werden,
am ihn unmittelbar in der eigenen Wirtschaft zu gebrauchen, sondern
auch zu dem besonderen Zwecke, ihr für den Moment aufzubewahren,
wo man ihn zu einem Tauschgeschäft verwenden kann, also als Tausch-
mittel. Tatsächlich finden wir nun in den verschiedenen Gegenden
auf primitiver Kulturstufe sehr verschiedenartige Gegenstände als
Tauschmittel in Anwendung, je nach den Produktionsbedingungen
und den Bedürfnissen des betreffenden Volkes.

Zur Zeit Homers, wie im Beginne des Mittelalters auf deutschem
Boden ist es das Vieh, welches als solches Tauschmittel eine Rolle
spielt, in dem der Wert einer Sklavin, die Höhe einer Strafe usw.
bestimmt wird, wofür sogar ein Tarif zur Wertberechnung aufgestellt
war, z. B. sechs Schweine gleich einem Rind, Das lateinische Wort
pecunila deutet unzweifelhaft auf den Ursprung des Geldes, nämlich
das Vieh als erstes Tauschmittel hin. Bei Jägervölkern waren es
Tierfelle, gegen welche Schießbedarf, z. B. von den Indianern, ein-
yetauscht wurde. Ebenso wurden Hausgeräte, Materialwaren, wie
zleichfalls Waffen von den ostasiatischen Stämmen, die noch im Be-
yinne des 19. Jahrhunderts auf dem Wege des Tauschhandels ihre
Einkäufe in Kiachta und Nischnynowgorod machten, gegen Felle
aingehandelt. Salztafeln und Kattun dienten früher vielfach in
Afrika als Umsatzmittel, wie Leinwand im Mittelalter bei den
slavischen, Wollenzeuge bei den skandinavischen Völkerschaften an
der Ostsee. Elfenbein und Messingstäbe sind noch heutigen Tages
bei den Achantis die gangbare Münze; bei den benachbarten Dahomehs
sind es die Kaurimuscheln, von denen 40 auf eine Schnur gereiht die
Einheit, den String bilden, 50 Strings haben etwa den Wert unserer
Mark. Im alten Mexiko wurden kleine Säcke mit Kakaobohnen
als Tauschmittel für minderwertige Waren angewendet, Federspulen
mit Goldstaub, kleine Goldklumpen dagegen für wertvollere. Ueber-
all ist Geld ein Gegenstand, der bei den Beteiligten eine hervor-
ragende Rolle spielt und daher von einem Jeden gern genommen
wird. Hagenbeck fand in Kobdo, unterhalb der nördlichen Abhänge
des Altai-Gebirges als gangbare Münze große flache Silberbarren zu
11 Pfd., die in Hamburg hergestellt werden. Zur Zahlung kleinerer