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Angebot.

Beschaffungs-
kosten als
ıantere Wert-
gTeNZE.

ist. Ein einzelnes Land vermag sich heutigen Tages hierbei nicht ab-
zuschließen und seinen selbständigen Entwicklungsgang zu nehmen.
Bei der großen Transportfähigkeit der Edelmetalle wird eine jede Ver-
schiebung des Wertes zwischen den verschiedenen Ländern sofort
Jurch die Spekulation ausgeglichen, und das Bestimmende ist Angebot
und Nachfrage auf dem Weltmarkte.

In bezug auf das Angebot ist also die Gesamtproduktion aller Erd-
teile maßgebend gegenüber dem seit Jahrtausenden aufgespeicherten
Vorrat. Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, daß nicht unbe-
Jeutende Quantitäten dem Verkehre entzogen sind, vor allen Dingen
in den Tempeln und Klöstern des Orients, wie ebenso bei einer großen
Zahl der Fürsten in China, Indien usw. Aber auch bei uns sind
große Vorräte an Geräten und Schmuck in den Händen von Privat-
personen, welche garnicht oder nur ganz ausnahmsweise in geringen
Teilen zum Umsatze gelangen, so daß dadurch bei steigender Nach-
frage auch die zeitweilige Produktion einen Einfluß auf den Wert
auszuüben vermag, wie das in der neuesten Zeit bei dem Silber zu-
tage getreten ist.

Der Wert der Edelmetalle wird aber auch, obgleich nur in be-
schränktem Maße, durch die Produktionskosten beeinflußt, indem sie
die Grenze angeben, unter welche der Wert nicht sinken kann, weil
sonst die Produktion aufhören würde. Auf der anderen Seite bietet
eine Ermäßigung der Produktionskosten die Möglichkeit eines Sinkens
des Wertes, wie dafür gleichfalls in der neuesten Zeit das Silber ein
Beispiel geboten hat.

Für diejenigen Länder, welche Gold und Silber nicht selbst
produzieren, sondern ganz oder zum Teil von Anderen einhandeln
müssen, treten noch als wichtige Momente der Wertbestimmung die
Herstellungs- und die Transportkosten für die Waren hinzu, welche
nach den Minenländern zum Austausch edler Metalle abgegeben
werden. In Ländern auf tiefer Stufe der Kultur, die nur schwer
transportable und auf dem Weltmarkt billige Rohstoffe auszuführen
haben, ist daher der Wert des Metalls höher als in Ländern mit
entwickeltem Handel und größerer Industrie, deren Erzeugnisse wert-
voller sind, billiger exportiert werden können und in den Minen-
ländern mit Vorliebe genommen werden. Aus diesen und anderen
Gründen finden wir trotz des regen Handelsverkehrs zwischen den
verschiedenen Ländern große Ungleichheiten in dem Werte der Edel-
metalle, In Gegenden mit ergiebigen Goldminen ist das Gold außer-
ordentlich billig. Es besitzt nur eine geringe Kaufkraft, die Preise
aller Waren sind außerordentlich hoch, z. B. in Kalifornien, in
Johannisburg, in den betreffenden Gegenden Australiens, Je weiter
man sich von diesen Punkten entfernt, schon im Osten der Vereinigten
Staaten, am Kap, hat das Metall einen höheren Wert. Die Preise,
wenigstens für eine große Zahl von Gütern, sind niedriger. In Europa
hat das Gold in Deutschland eine größere Kaufkraft wie in England,
in dem Innern von Rußland eine größere als in Deutschland, was in
der Hauptsache auf die erwähnten Momente zurückzuführen ist. Das
Steigen des Geldwertes ist aber natürlich identisch mit dem Sinken
des Preisniveaus, das Sinken des Geldwertes mit dem durchschnitt-
lichen Steigen der Preise, durch welches jenes zum Ausdruck kommt.