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Zunahme der
Silberproduk-
ion.

zur Goldwährung viel schneller vollzogen als Deutschland, stießen
überschüssiges Silber ab. Die erste bedeutsame Folge hiervon war,
daß die Länder der lateinischen Münzkonvention 1873 die freie Aus-
prägung des Silbers sistierten. Damit war der Abflußkanal geschlossen,
der bis dahin in bedeutsamer Weise eine Ueberfüllung des Welt-
marktes mit einem Metalle verhindert hatte, indem jedes überschüssige
Quantum, welches das Wertverhältnis zu verschieben drohte, in die
Münzen, insbesondere von Frankreich, Italien und Belgien floß, um
dort zur Ausprägung zu gelangen, während das auf dem Weltmarkt
fehlende Metall jenen Ländern entzogen und auf den Markt geworfen
wurde. Daß dieses ein wesentliches Moment war, um das Wertver-
hältnis lange Zeit zu stützen, kann wohl keinem Zweifel unterliegen,
Freilich hätte in den fünfziger Jahren Frankreich allein hierzu schwer-
lich ausgereicht, da die Produktionsverhältnisse der Edelmetalle sich
seit 1851 vollständig verschoben hatten. Während in der ersten
Hälfte des Jahrhunderts die Goldproduktion dem Werte nach nur
36 °%, die Silberproduktion 64%, der gesamten Edelmetallproduktion
ausmachte, hatte sich im Durchschnitt der Jahre von 1851 —1880 der
Prozentsatz gerade umgekehrt, er war an Gold 66,7 %, an Silber 33,3
und erst seitdem hat die Silberproduktion wiederum eine höhere Be-
deutung erlangt. Die Ausdehnung der zivilisierten Welt, der wachsende
Bedarf an Gold für Industriezwecke, der erhöhte Abfluß von Gold
nach dem Orient müssen hier ausgleichend gewirkt haben. Offenbar
war auch damals der Edelmetallmarkt nicht so ausgebildet wie jetzt.
Die Neuproduktion erschien nicht in der ganzen Masse auf dem Markte,
so daß schon ein geringeres Quantum, welches zu jeder Zeit ohne
Schwierigkeit auf den Markt geworfen werden konnte, ausgleichend
zu wirken vermochte.

In den angeführten Momenten aber die alleinige Ursache der

Silberentwertung zu sehen, ist völlig unberechtigt. Ein Beweis da-
gegen wurde von Deutschland geliefert, indem es auf das Drängen
der Bimetallisten 1879 den Verkauf von Silber sistierte, in der Hoff-
nung, dadurch dem weiteren Sinken des Silberwertes ein Ziel zu
setzen. Die Erwartung wurde durchaus getäuscht, das Silber sank
trotzdem in den achtziger Jahren in noch rapiderer Weise.
„2. Ungleich bedeutsamer ist sicher das zweite Moment gewesen:
die Zunahme der Silberproduktion in den letzten Dezennien, die seit
Anfang der fünfziger Jahre sich dem Gewichte nach auf das Fünf-
fache entwickelt hat. Unterstützt wurde die Wirkung noch durch ein
erhebliches Sinken der Produktionskosten infolge der Erfindung so-
wohl einer Anzahl“ Maschinen, welche den bergmännischen Betrieb
erleichterten, wie eines‘verbesserten Verfahrens der chemischen Aus-
scheidung des Silbers und besonders einer vollständigeren Gewinnung
desselben aus dem Erz, so daß trotz des bedeutenden Sinkens der
Preise sich in verschiedenen Gegenden die Produktion besser bezahlt
machte, wie bisher, besonders wenn man durch Forcierung der Pro-
duktion im Großen die Generalunkosten verminderte.

3. Gerade in den siebziger Jahren verminderte sich der Abfluß
von Silber nach dem Orient etwas, aber nicht sehr erheblich und hat
sich seitdem längere Zeit auf derselben Höhe erhalten. Gegenüber
der wesentlich gestiegenen Produktion fiel deshalb diese Ausfuhr
weniger ins Gewicht als früher.

4. Schließlich kam hinzu, daß der Verbrauch für industrielle