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Naturkräfte voraussetzt ohne eine Ueberproduktion zur Folge zu
haben. Gerade das dürfte aber in der neuesten Zeit tatsächlich vor-
liegen. Welchen Umschlag darin der große Weltkrieg herbeiführen
wird, ist noch nicht abzusehen.

Kapitel VI.
Das Bankwesen.
8 49.
Das Wesen der Banken und ihre Geschichte.

A. Wagner, System der Zettelbankpolitik. 2. Aufl. Freiburg 1878,

GG OÖbst;-Geld=;-Bank- und. Börsenwesen. - 7. Aufl, Leipzig 1912.

Derselbe, Banken und Bankpolitik. Leipzig 1909.

Will. Scharling, Bankpolitik, Jena 1900.

Leitner, Das Bankgeschäft und seine Technik. 3. Aufl. Frankfurt a. M. 1912.

Buchwald, Die Technik des Bankbetriebes, 7. Aufl. Berlin 1912.

Schär, Technik des Bankgeschäfts. 3. Aufl. Berlin 1908.

‚Riesser, Die deutschen Großbanken und ihre Konzentration. 4. Aufl. 1912.
Wesentlich gekürzte Ausgabe unter dem Titel: Von 1848 bis heute. Jena 1912.

Schacht, Einrichtung, Betrieb und volkswirtschaftliche Bedeutung der Groß-
banken. Hannover 1912.

J. W. Gülbart, The history, principles and practice of banking. London 1901.

Warschauer, Physiologie der deutschen Banken. Berlin 1903.

Jaffe, Das englische Bankwesen. 2. Aufl, Leipzig 1910.

Bagehot, Lombardstreet. Der Weltmarkt des Geldes in den Londoner Bank-
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L. von Halle, Die Hamburger Girobank und ihr Ausgang. Berlin 1891.

Sieveking, Die Casa di S. Giorgio. Freiburg 1899
Wesen der
Banken.

; Die modernen Banken sind Kreditinstitute, welche die Aufgabe
haben, den Geldumlauf zu regulieren, durch Kreditoperationen das
Geld aufzunehmen, welches in dem laufenden Betriebe momentan
keine Verwendung finden kann, und es dorthin zu leiten, wo Bedarf
daran vorliegt. Wenn auch, wie wir sehen werden, noch eine Menge
andere Tätigkeiten sich daran anschließen, und in der ursprünglichen
Entwicklung die Aufgaben sich vielfach anders gestalteten, so ist
damit doch für die Gegenwart der Kernpunkt ihrer Tätigkeit ge-
kennzeichnet. Die Aufgaben. der Banken drückt 8 12 des deutschen
Bankgesetzes von 1875 aus, der als Aufgaben der Reichsbank be-
zeichnet: den Geldümlauf zu regeln, die Zahlungsausgleichungen zu
erleichtern und für die Nutzbarmachung verfügbaren Kapitals zu
sorgen. Der Erfüllung dieser Aufgaben dient eine Reihe von Kredit-
geschäften, die in Aktiv- und Passivgeschäfte zerlegt werden, je nach-
dem die Bank Kredit gibt oder nimmt. Ergänzend treten hinzu
einzelne Geschäfte, bei denen weder Aktiv- noch Passivkredit in
Frage kommt, die man als indifferente Bankgeschäfte bezeichnen kann.
Man hat die Banken nicht mit Unrecht mit dem Herzen in dem
tierischen Organismus verglichen, welches die Aufgabe hat, das Blut
in alle Teile des Körpers zu führen und neues Leben hervorzubringen,
zugleich das verbrauchte wieder zurückzuziehen und zur Umwandlung
und Ausscheidung zu bringen. So wird durch die Banken die Kapitals-
kraft in Umlauf gesetzt und überall zu angemessener Verwendung
vebracht.