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z. B. für das Jahr 1913 ergibt. Es betrug der Notenumlauf der
Reichsbank
am 31. Januar

28, Februar
R1. März
90. April

1. Mai

), Juni

. Juli

), August

‘, September

. Oktober
„9. November
31. Dezember

2

„
w

1961,9
1876,0
2824,7
2050,6
19127
23168
1948,7
19157
2455,6
21187
1981,9
9593 4

Mill. M

A

2
”
”»

M
%

Im Beginne des Jahres ist der Barbestand der Bank ein sehr
niedriger, während dagegen der Notenumlauf und Wechselvorrat ein
hoher ist. Das Verhältnis kehrt sich im Februar vollständig um.
Der Barvorrat steigt, der Wechselbestand und Notenumlauf sinken,
und dieses Auf und Nieder wiederholt sich fortdauernd, bis am Ende
des Jahres wieder die extremsten Ziffern zutage treten, wo die An-
forderungen an die Bank am größten sind, ihr am wenigsten Depo-
siten zufließen, dagegen Darlehen auf Wechsel in ausgedehntem Maße
gefordert werden. Dies wiederholt sich in jedem Jahre, nur daß die
Schwankungen bald größer, bald kleiner sind. Sache des Bankiers
ist es, sich diesen Verhältnissen anzupassen und entsprechend Vor-
sorge zu treffen.

Eine Gefahr liegt für die Bank darin, daß in Zeiten allgemeiner
Zahlungsstockungen nach Ausbruch eines Krieges oder wirtschaft-
licher Krisen ihr nicht die Gelder in gewohnter Weise zufließen
dagegen besonders stark entzogen werden. Indessen ist erfahrungs-
gemäß die Gefahr eine geringe, solange überhaupt die Kunden
zahlungsfähig sind, und die Bank daher auf Rückzahlung der aus-
stehenden Gelder mit Bestimmtheit rechnen kann; und je ausgedehnter
und mannigfaltiger der Kundenkreis ist, um so mehr pflegen derartige
Störungen ausgeglichen zu werden.

$ 52.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Depositen-
verkehrs.

0. Warschauer, Das Depositenbankwesen in Deutschland. Jahrb. f. National-
Ökonomie 1904, Bad. 27.

Ungleich größer als der bisher besprochene private Nutzen des
Depositenverkehrs ist der für die ganze Volkswirtschaft. 1. Die vor-
handenen Münzen werden dadurch fortdauernd in Umlauf erhalten
und gelangen zu besserer Verwertung. Sehr bedeutende Summen, die
sonst tot im Kasten lagen, werden nun von der Bank aufgesogen und
fortdauernd wieder in den Verkehr gebracht. Dadurch genügt ein
weit geringerer Münzvorrat im Lande, als er sonst nötig wäre, und diese
Ersparnis kommt der Gesamtheit zugute, 2, Durch die Tätigkeit der
Bank übernimmt die Einlage mehrfache wirtschaftliche Aufgaben zu
gleicher Zeit. Dieselbe Summe, welche der Einleger der Bank über-
geben hat, kann von ihm wirtschaftlich verwendet werden, indem der
Fabrikant auf Grund seines Guthabens bei der Bank Bestellungen

Mehrfache
Funktion der
Depositen.