Diskont-
politik.

Der Wechselumlauf in Deutschland.*)
Betrag d. in Deutschland Durchschnittl. Durchschn. Umlauf
in Umlauf ges. Wechsel Wechselumlauf pro Kopf der Bevölk.

Mill. M. Mill. M. M.
„2198 3050 AR
‚3 206 3382 7
i4 020 3590
;:4 606 3741

4 284 3658

4 585 3735
14 748 3777
15241 3908
16386 41196
17529 1489
19374 1962
20.937 5362
23 804 5968
22.966 3882
21 505 5508
22 268 5703
23 201 5942
25 507 6532
28 062 7187
30 766 1879
30114 7712
29812 1577
31.005 7838
32 555 3184
34 045 8511
34 366 8591

‚888
‚889
‚890
891
892
893
‚894
895
896
897
898
899
900
901
‚902
903
904
905
906
1907
1908
1909
1910
1911
1912
1913

MW

lavon ist endlich der Privatdiskont der Banken, zu dem diese in
Wettbewerb mit der Reichsbank Wechsel kaufen.

Die Höhe des Diskonts ist für die Geschäftswelt natürlich von
zroßer Bedeutung. Bei einem niedrigen wird der Kaufmann an-
yeregt, sich Gelder von der Bank vorschießen zu lassen, um erwei-
jerte Handelsgeschäfte zu machen. Bei einem hohen Diskont wird
ihm dieses erschwert, weil er von seinem Gewinn einen größeren Teil
für das Darlehen abgeben muß, wodurch ihm derselbe ev. übermäßig
vermindert wird. Auf der anderen Seite ist die Diskontopolitik für
die großen Banken das wichtigste Mittel, ihren Baryorrat zu regu-
lieren und die Geschäftstätigkeit im Lande entsprechend zu beein-
Aussen. Werden an die Bank zu große Anforderungen an Bar-
zahlungen gemacht, werden ihr zu viel Barmittel entzogen, so daß
ihr Metallvorrat im Vergleiche zu den aufgehäuften Wechseln oder
den zirkulierenden Noten zu klein wird, so erhöht sie den Diskont
und übt damit einen Druck auf die Nachfrage aus, Vielfach ist es
hamentlich in den letzten Dezennien vorgekommen, daß die großen
Zentralbanken den Diskont in die Höhe setzten, weil man begann,
Gold in das Ausland abzuführen, und die Bank dieses durch eine
Verteuerung der Abgabe von Gold erschweren wollte, Auf der anderen
Seite setzten die Banken den Diskont herunter, wenn sich bei ihnen
zu viel Barmittel aufspeichern, die daselbst tot liegen. Sie suchen
durch einen niedrigen Zins den Verkehr zu ermutigen, größere Summen
zur Spekulation zu verwenden, während sie sich mitunter veranlaßt
sehen, wenn die Wogen der Spekulation zu hoch gehen, und man
fürchtet, daß dieses zu einer wirtschaftlichen Krisis führen könne,

1) Jahrb. f£. Nationalök. 1913, Chronik S, 1050.