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Zahlungs . Die Statistik zeigt ferner, daß diese Länder noch fortdauernd
” mehr Edelmetall ein- als ausführen. Wie aus der untenstehenden
Tabelle hervorgeht, führte das britische Reich 1905 und 1906 für
220 Mill. M. mehr Edelmetalle ein als aus, Deutschland sogar in der-
selben Zeit ca. 500 Mill. M. Hieraus ergibt sich, daß ein großer Unter-
schied zwischen der Handelsbilanz, welche das Verhältnis des
Wertes. der Aus- und Einfuhr an Waren angibt, und der Zahlungs-
bilanz besteht, welche die Ausgleichung der Schuldforderung
zwischen dem In- und Auslande und den aus dem internationalen
Verkehr bleibenden Saldo bedeutet, der durch Barzahlung zu be-
gleichen wäre, Wir haben deshalb in dem Folgenden zu untersuchen,
wodurch die Differenz in der Handelsbilanz ausgeglichen werden
kann, um die Zahlungsbilanz zu einer normalen zu gestalten.

Der Handel mi‘ Edelmetall betrug:

im britischen Reich 1)

im Deutschen Reiche

Frankreich

Verein. Staaten

Jahr Einfuhr

1900 39,5 81,9

1905 38,57% 30,81) #

‘911 48,594 40,101 2% 2,
312 52,689 46,538 # ® :
913 59.633 1087 # ” ;
‘895 125,4 , 5,2 Mill. Mark
1898 359,0 354,0

301 290,4 81,2

902 138,9 106,J

1903 280,7 91,6

1904 454,0 62.”

905 307,4 1107

1906 416,7 119

1907 257,0 250

1908 413,0 88.

L909 333,5 264,5

1910 375,92) 169,5

911 3013 “183

1912 325,7 437 .

1913 436,4 1014 er

1911!) 264,563 39,446 © Franks
1912% 255,151 35,566 » »

1913 564,748 74,888 » »”

1905 50,2 468 * Dollar
1906 96.2 36,6 er

1907 114,5 51,4 rn

1908 148,3 72.4 .

Ausfuhr
Mill. Pfad. Sterl.

x

n

Die folgende kleine Tabelle gibt eine statistische Uebersicht
über den auswärtigen Handel verschiedener Länder und bietet den
Beleg für das Gesagte.

England, Frankreich und Deutschland führen in erster Linie
deshalb mehr Waren ein als aus, weil sie große Kapitalien im Aus-
Jand stehen haben, für welche sie alljährlich bedeutende Summen an
Zinsen beziehen, die ihnen in Form von Waren gezahlt werden.
Dazu kommen für England und Deutschland Forderungen an Fracht-
beträgen für Seetransporte, an Versicherungsprämien und Bank-
provisionen, die in Waren gezahlt werden. Endlich bedeutet die

1) Allein Gold. |
2) Stat. Jahrb. des Deutschen Reichs Gold allein 1913 Einfuhr 372,146, Aus-
fuhr 61.032. Jahrb. f. Nat.-ök. Chronik 1914, S. 1046.