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sich niedriger stellen als die Differenz zwischen Pariwert und Kurs,
Wenn der Kurs um mehr als diesen Betrag der Spesen unter Pari
sinkt, dann schickt das Ausland Gold, wird der Goldeinfuhr-
punkt erreicht.

/ Ein ausgedehntes Geschäft der Börse ist es, die Wechsel überall
aufzukaufen, wo sie billig sind, und dahin zu dirigieren, wo sie teuer
sind um an der Differenz zu ‚profitieren. Dieses Geschäft ist das
Arbitragegeschäft, wodurch zugleich eine Ausgleichung der
Kurse erreicht wird. Dasselbe hat neuerdings aber wesentlich an
Bedeutung eingebüßt.

Der Kurs, welcher genau dem Münzwertverhältnis entspricht,
der Pariwert “oder "die Münzparität, bildet‘ natürlich den Aus-
gangspunkt und die Gründläge für den Wechselkurs, wobei der Fein-
gehalt der Münze berücksichtigt wird. . Die Münze mit einem nied-
Yiyen Schlägschatz ünd die vollwertige Münze müssen höher stehen,
als solche mit hohem Schlagschatz. Und auch sonst haben die
Münzen einen schwankenden Wert.

Wir geben in dem folgenden einige Münzparitäten (nach Schanz
im Wörterbuch der Volkswirtschaft IL. S. 1305):
100 Franks

1 Pfund Sterlin;
100 Gulden (holl.)
100 Dollar
100 sk. Kronen
100 öst. Kronen

31,000 Mark
0,4295
8,739
3,790
„2500
35 061

(00 Mark == 123,460 Franks

7 - 4,895 Pfd. Sterl.
59,260 Guld. (holl.)
23,821 Dollar
88,800 sk. Kronen
117,563 öst. Kronen.

LU

8 60,
Die Zettelbanken.

Ad. Wagner, System der Zettelbankpolitik. 2. Aufl. Freiburg 1873,

W. Scharling, Bankpolitik. Jena 1900.

Ch. F. Dunbar, Chapters on the Theory and history of Banking. New
York 1896.

Bamberger, Die Zettelbank vor dem Reichstag. Leipzig 1874,

v. Lumm, Die Stellung der Notenbanken in der heutigen Volkswirtschaft.
Berlin 1909,

Hultmann, Die Zentralnotenbanken Europas. Berlin 1912.

Note.

Ein ebenso wichtiger Schritt in der Entwicklung des Bankwesens,
wie die Benutzung der Depositen zum Ankauf von Wechseln, ist
durch die Ausbildung von Zettelbanken geschehen, indem unverzins-
liche Anweisungen, die in jedem Momente der Bank von dem In-
haber zur Einlösung in Bargeld präsentiert werden können, statt der
Münze als Darlehen ausgegeben werden, und zwar ev. über den
Vorrat an Barmitteln hinaus, indem für diese Mehrausgabe nur bank-
mäßige Deckung (in Wechseln oder sonstigen sicheren Forderungen
auf kurze Sicht) deponiert wird. Die Bank erhält durch die Noten-
ausgabe unverzinsliche Darlehen gegen das alleinige Versprechen .der
5rompten Einlösung der präsentierten Noten, Die Erfahrung, daß
(is akmtliche Noten zugleich einlaufen, ermöglicht die Verwendung
eines Teiles der Bardeckung zu Bankgeschäften.

Zettel oder Notenbank ist also nach dem Gesagten diejenige
Bank, welche zur Erweiterung ihres Geschäftes Noten ausgibt. Die
Banknote ist ein gedruckter Inhaberschein, auf einen runden Geld-
betrag lautend, den die Bank sich verpflichtet, bei Präsentation bar