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1,3 Müll. Taler erhoben, bei einem Barvorrat von gegen 9 Mill. Taler.
Neben der Hauptkasse in Berlin waren noch 11 Filialen vorhanden.
Wir übergehen die nächstfolgende Zeit und bemerken nur, daß in
den 30er Jahren die Banknote wieder verschwunden war, indem sie
durch das nach den Napoleonischen Kriegen massenhaft ausgegebene
Papiergeld verdrängt wurde. Gerade in jener Zeit aber begann sich
das Bedürfnis nach größeren Bankinstituten mehr und mehr heraus-
zustellen. So wurde 1834 die bayrische Hypotheken- und Wechsel-
bank in München mit dem Rechte der Notenemission bis zu 8 Mill,
später 12 Mill. Gulden gegründet. Sie war und ist noch heute eine
Privatanstalt unter Staatsaufsicht. 1838 entstand als sächsische
Privatzettelbank die Leipziger Bank, gleichfalls unter Staatsaufsicht.
In Preußen sah man sich veranlaßt, 1846 die Umgestaltung der alten
Bank in die Preußische Bank zu vollziehen, die mit einem privaten
Aktienkapital von 10 Mill. Taler ins Leben trat, aber von Staats-
beamten geleitet wurde. Diese Preußische Bank hat dann allmäh-
lich eine immer größere Bedeutung erlangt und in der Kriegszeit
1866 und 1870 dem Lande die größten Dienste geleistet. Neben ihr
entstanden Ende der 40er, dann in den 50er Jahren noch eine Reihe
kleinerer Banken, so daß in Deutschland 1857 in 20 deutschen Terri-
torien 30 Zettelbanken tätig waren. Anfang der 50er Jahre waren
etwa 120 Mill. M. an Noten in Umlauf, von denen höchstens 15 Mill.
ungedeckt waren.

Seitdem begannen besonders die kleineren Anstalten immer mehr
und namentlich kleine Noten in Umlauf zu setzen, und zwar vielfach
mehr, als das ihnen zugewiesene Territorium zu absorbieren ver-
mochte. Dagegen richtete sich denn auch das allgemeine Mißtrauen,
und man strebte mehr und mehr nach einer Zentralisierung, die bald
nach der Konstituierung des Deutschen Reiches energisch in Angriff
yenommen wurde und durch das Deutsche Bankgesetz vom 14. März
1875 eine feste Form gewann. In jenem Momente bestanden 33 Noten-
banken, deren Privilegien vielfach noch tief in das 20. Jahrhundert
hineingingen. Die gesamte Notenemission derselben belief sich Ende
1873 auf 1352 Mill. M. bei einer Bardeckung von 925 Mill, so daß
427 Mill. ungedeckter Noten in Umlauf waren. 1867 war der Betrag
nur 202,3 Mill. gewesen. Die Preußische Bank allein hatte einen
Notenumlauf von 898 Müll, eine Bardeckung von 703 Mill, also
195 Mill. ungedeckte Noten. Sie war bei weitem die bedeutendste
Bank, hatte aber den Notenumlauf nur mit großer Vorsicht behandelt,
was man von einer ganzen Anzahl anderer Banken nicht sagen
konnte, Die Braunschweigische Bank z. B. hatte bei einem Barvorrat,
von nur 4,3 Mill. M. 13,5 Mill. Noten in Umlauf, die Mitteldeutsche
Kreditbank 24 Mill, bei nur 8,5 Mill. Barvorrat, also nur eine Drittel-
leckung. Dasselbe war bei der Privatbank in Gotha der Fall. Bei
der Anhalt-Dessauischen Landesbank war noch nicht der vierte Teil
bar gedeckt, und nicht viel stärker war die Deckung der Thüringi-
schen und Geraer Bank. Neben diesem starken Notenumlauf zirku-
lierten über 180 Mill. M. an Papiergeld, teils bekanntlich in Kreuzer-
and Gulden-, teils in Talerwährung. Neben dem Uebergang zur
Goldwährung und der Markmünze fand dann, wie schon erwähnt, die
Reduktion des Papiergeldumlaufes auf 120 Mill. statt und die Um-
yestaltung der Preußischen Bank in die Deutsche Reichsbank, während
die übrigen Notenbanken zunächst ihr Privilegium behielten. aber