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-ohn nach dem Die Höhe des Lohnes ist von verschiedenem Standpunkte aus zu
betrachten; erstens von dem des Arbeiters, nach dem von ihm ge-
brachten Opfer. Je nach der körperlichen und geistigen Anstrengung,
wie nach den damit verbundenen Unannehmlichkeiten oder besonderen
Annehmlichkeiten wird dasselbe sehr verschieden sein, wie ebenso
dieselbe Arbeit für verschiedene Persönlichkeiten mit ungleichen
Kräften, ungleicher Bildung ein sehr verschiedenes Opfer einschließt.
Die Eutschädigung dafür wird deshalb gleichfalls eine ungleiche sein
müssen. Arbeiten schmutziger Art, wie das Reinigen der Kloaken,
das Zerzupfen und Sortieren der Lumpen in der Papierfabrik, werden
einen höheren Lohn erheischen, als gewöhnliche Gartenarbeit für
Männer, Näharbeit für die Frauen. Gesundheitswidrige Tätigkeit in
chemischen Fabriken, Kattundruckereien, Grabenarbeiten im Herbst
und Winter an nassen Orten beanspruchen eine besondere Ent-
schädigung für die dadurch zu erwartenden Nachteile. In Deutsch-
land ist aber die Lohnabstufung nach der Gesundheitsgefahr noch
eine ganz unzureichende, als Folge der mangelnden Uebersicht und
Erkenntnis der Verhältnisse bei den Arbeitern. Selbst Tätigkeiten,
lie notorisch einen frühen Tod herbeiführen, z. B. die Steinmetz-
arbeiten werden nicht viel höher bezahlt als feinere Maurer- und
Tischlerarbeit, die durchaus gesund ist. Mehr ausgebildet ist der
Einfluß besonderer Unbequemlichkeiten und der Beschränkung persön-
licher Freiheit auf die Lohnhöhe. Der Gesindelohn ist höher als der
Tagelohn für ähnliche Arbeit und steigt in der neueren Zeit in weit
stärkerem Maße als dieser, weil das Gesinde den ganzen Tag zur
Verfügung der Herrschaft sein muß, unbedingt an die Hausordnung
gebunden ist und seine Unabhängigkeit aufgibt, während die Arbeiterin
in der Fabrik, die Schneiderin, selbst das Ladenmädchen ihre Frei-
stunden haben, selbständig wohnen und unter Niemandes Kontrolle
stehen. Für die Aufgabe der Freiheit bieten die bessere Wohnung
und Kost, die verhältnismäßig bessere Geldlöhnung kein ausreichendes
Aequivalent mehr, und die Zahl der Dienstboten nimmt ab. Es ist
eine sehr viel höhere Zahlung nötig, um nur einigermaßen die nötige
Zahl heranzuziehen. Dies tritt am schärfsten in Nordamerika hervor,
wo der Unabhängigkeitssinn am meisten entwickelt ist, und deshalb
die Eingeborenen nur ganz ausnahmsweise Stellungen als Dienstboten
annehmen. Umgekehrt kann für Stellungen mit besonderen Annehm-
lichkeiten nur geringere Honorierung gewährt werden. Der juristisch ge-
bildete Beamte, wie der Offizier, die bei uns eine bevorzugte gesell-
schaftliche Stellung einnehmen, müssen sich mit einem verhältnismäßig
niedrigen Gehalt begnügen. Wer sich der künstlerischen oder der