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Vaterstadt und begann zunächst das Handwerk in der väterlichen
Werkstatt zu erlernen. Da er sich dafür als wenig geeignet erwies,
wurde er zum Schreiber bestimmt und in eine Kanzlei gegeben. Hier
kam er schnell vorwärts, so daß er eine Anstellung am Oberamt in
Tübingen erhielt, die ihm die Möglichkeit verschaffte, rechts- und
staatswissenschaftliche Vorlesungen an der Universität zu hören.
Dort war der damalige Kurator der Universität von Wangenheim
auf ihn aufmerksam geworden, und als er Minister geworden war,
zog er List zu seiner unmittelbaren Mitarbeiterschaft heran. Beide
vereinigten ihre Kräfte, um das verrottete Beamtentum in Württem-
berg zu reformieren. Als List 1817 ein vortreffliches Gutachten
über die Gestaltung des staatswissenschaftlichen Unterrichts abge-
geben hatte, berief ihn Wangenheim als Professor der Staatspraxis
an die neugegründete Fakultät für Staatswissenschaften in Tübingen.
Um das, was er auf dem Katheder lehrte, in weitere Kreise zu tragen,
and bei der Reform der Verwaltung eine Stütze in weiteren Kreisen
zu gewinnen, gründete er 1818 eine besondere Zeitschrift, worin er
die Zustände mit großer Schärfe kritisierte und sich dadurch natür-
lich viele Feinde zuzog. Als er auf einer wissenschaftlichen Reise
in Frankfurt a. M auf Ersuchen einer Anzahl Kaufleute und Fabri-
kanten eine Eingabe wegen Aufhebung der Binnenzölle an die Bun-
desversammlung verfaßte und dort gar einen deutschen Handels- und
Gewerbeverein gründete, dessen Leitung er: übernahm, wurde er von
der württembergischen Regierung zur Verantwortung gezogen, weil
dieses Auftreten außerhalb des Landes als über die Kompetenz eines
württembergischen Beamten hinausgehend angesehen wurde. Er sah
sich infolgedessen zur Niederlegung seiner Professur veranlaßt und hatte
nun die Freiheit gewonnen, der Regierung noch schärfer entgegenzu-
treten. Die Reutlinger wählten ihn zu ihrem Abgeordneten in die Stände-
kammer; die Wahl wurde aber von der Regierung annulliert. Er
wendete nun seine ganze Kraft dem Handels- und Gewerbeverein ZU,
um vor allem die inneren Zollschranken nach dem Vorbilde Preußens
durch den Tarif von 1818 auch in dem übrigen Deutschland zu be-
seitigen. In einer besonderen Denkschrift schilderte er die nach-
teiligen Folgen, welche die 38 Zoll- und Mauthlinien für den deutschen
Handel haben müßten, welche die Waren von Hamburg bis Oester-
reich zu passieren hätten. Um nach dieser Richtung mehr wirken
zu können, gründete er einen Handelsverein mit dem Sitze in Nürn-
berg und ein Organ für den deutschen Handels- und Gewerbestand,
in dem er für die Zolleinigung aller deutschen Staaten eintrat. Außer-
Jem übernahm es List persönlich, bei den verschiedenen Ministerien,
besonders in Wien und Berlin, zu wirken, aber zunächst mit wenig
Erfolg. Er sah sich deshalb bald von seinen Auftraggebern verlassen,
denen er in der uneigennützigsten Weise seine ganze Kraft gewid-
met hatte.

1820 trat er als Abgeordneter der Stadt Reutlingen in die
Württembergische Kammer ein, wo er mit einer sehr scharfen Petition
gegen das dortige Beamtentum auftrat und Reformvorschläge machte.
Da aber in der Kammer die Beamten die Majorität besaßen, so stimm-
ten sie einer Anklage des Justizministers zu, welcher in Lists Ein-
gabe eine Verleumdung der bestehenden Staatsverwaltung und ein
Staatsverbrechen sah, woraufhin List 1821 aus der Kammer ausge-
schlossen und vor Gericht zur Verantwortung gezogen wurde. Zu