76 Einleitung. Begriff. Psychologische und fittliche Grundlage. Litteratur und Methode. und Staatsphilos. 1. Altertum. 1860. — 8. Schmidt, Ethik der alten Griechen. 2 Bde. 1882. — ZelLex, Die Philosophie der Griechen. Zuerst 18414 ient 6 Bde. 1882 -92, und ders., Grundriß der Geschichte der griech. Philosophis. 6. NAufl. 1888088. Dümmler, reeeee zu Platos Staat. 1891. — Pohlmann, Geschichte des antiken Kommunismus und Soria ismus. 1893. — Dertmann, Die Volkswirtschaftslehre des Corpus juris civilis. 1891. Uber die christliche Litteratur: v. Eicken, Geschichte und System der mittelalterlichen Welt— anschauung. 1887. — Adolf, Harnack, Die evangelisch- sociale Aufgabe im Lichte der Geschichte der Kirche. Weuß Jahrb. Bd. 76. 1894. — Ders., Wefsen des Christentlums, 1900. — Endemann, Die nationalbkonomischen Grundsätze der kanonistischen Lehre. J. f. N. J. F 1868. — Funk, Die okonomischen Anschauungen der mittelalterlichen Theologen. 8. f. St. W. 1869. — Ders., Zins und Wucher im christlichen Altertum. 1875. — Schmoller, Zur Geschichte der nativnalskonom. Au— sichten in Deutschland während der, Reformationsperiode. Zs. St.WB. 1801* Dilthey, Auf— Wung puv Analyse des Menschen im 15. u. 16. Jahrh. Acrchiv s. Gesch. d. Philosophie Bd. 4 u. 5. 189192. 34. Einleitung. Definition der Volkswirtschaftslehre. Die Keime aller Wissenschaft liegen in der älteren Vollspoesie, in welcher Glauben und Ideale der Menschen ihren ersten Ausdruck fanden, und in den Regelsammlungen, welche Priester und Richter veranstalteten und erklärten. In diesen Regeln wurde Sitte, Ritual, Recht und Verhalten in allen möglichen Lebenslagen verzeichnet; mit dem erwachenden Nach— denken schlossen sich daran Überlegungen, Urteile, Anderungsvorschläge. So wurde auch die wirtschaftliche Sitte und das wirtschaftliche Verhalten nach und nach erörtert; zumal als das volkswirtschaftliche Leben in die neuen, komplizierten Bahnen der Geld- und Kreditwirtschaft, der Gewerbe- und Handelsentwickelung überging, die Formen der alt— hergebrachten Naturalwirtschaft sich Dösten, da traten neben die überlieferten Vorstellungen die Kritik, die neuen Vorschlaͤge über wirtschaftliche Moral und wirtschaftliche Gesetze, über Geldwesen, Handelserwerb, Steuern und Kolonien; es entstand eine lebendige, praktische Erörterung, und wir sehen ihren Reflex in den ethischen und politischen Schriften der Zeiten, welche volkswirtschasftliche und sociale Fragen zum erstenmale zu— sammenhängend besprachen. So haben zuerst die Griechen im 5. uͤnd 4. Jahrhundert vor Christi in ihren philosophischen Schriften wissenschaftlich⸗ volkswirtschaftliche Probleme erörtert. Und ähnlich begann man seit der Renagissance den volkswirtschaftlichen Er— scheinungen eine größere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Fragen erlangten rasch in den philosophischen und ethischen Systemen, in den Staatstheorien des 16.—18. Jahr— hunderts einen breiteren Raum. Jim letzteren wurde eine besondere Unterweisung der studierenden Jugend in volkswirtschaftlichen Fragen Bedürfnis. Und nun führte der große Aufschwung des wissenschaftlichen Denkens uͤberhaupt zu der besonderen Wissen— schaft der Nationalökonomie oder Volkswirtschaftslehre; d. h. die volkswirtschaftlichen Sätze und Wahrheiten und die als Ideal empfohlenen volkswirtschaftlichen Maßregeln wurden aus der Moralphilosophie, dem Naturrecht und der Staatslehre ausgelöst und zu einem selbständigen Systeme durch gewisse Grundgedanken, wie staatliche Wirtschafts— politit, Geldcirkulafion, natürlicher Verkehr, Arbeit und Arbeitsteilung verbunden und als selbständiges Wissensgebiet hingestellt. Seither giebt es in der Litteratur, im Unterricht, im Volksbewußtsein die besondere Wissenfchaft der Volkswirtschaftslehre, welche die volkswirtschaftlichen Erscheinungen beschreiben und definieren, ein zutreffendes Bild von ihnen auf Grund wissenschaftlicher Begriffe im ganzen und einzelnen entwerfen, owie diese Erscheinungen als ein zusammenhuͤngendes Ganzes und als Feil des gesamten Volkslebens begreifen, das einzelne aus seinen UÜrsachen erklären, den volkswirtschaftlichen Entwickelungsgang verstehen lehren, die Zukunft womöglich voraussagen und ihr die rechten Wege bahnen will. Dieser letzte praktische Gesichtspunkt ist es, der neben dem erst nach und nach sich ausbildenden rein theoretischen Interesse den Anstoß zu allem Nachdenken und aller wisfenschaftlichen Erdrterung gegeben hat. Und daher ist es begreiflich, daß die älteren Anfänge des volkswirtschaftlichen Nachdenkens hauptsächlich in den Moralsystemen und dem an sie anschließenden Naturrecht enthalten find. Was wir bis ins 17. Jahr⸗ sudecne volkswirtschaftliche Lehren bexichten können, steht in der Hauptsache auf iesem Boden.