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        <title>Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft</title>
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            <forname>Gustav von</forname>
            <surname>Schmoller</surname>
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      <div>Die Sparsamkeit, der Unternehmungsgeist. 41 
verkehrs wachsende Chancen sich bilden, durch kluge Kombinationen einen Erwerb zu 
gewinnen. Die bisher erörterten wirtschaftlichen Tugenden sind zumal für den kleinen 
uͤnternehmer wesentliche Stützen des Unternehmungsgeistes; aber der pfychologische 
Schwerpunkt liegt anderswo. Der Händler und Unternehmer muß einerseits eine um— 
fassende Kenntnis des Bedarfes, des Geschmackes, der Absatzwege und eine technische 
Beherrschung der möglichen und üblichen Produktionsmethoden, andererseits Organisations— 
talent, Menschenkenntnis, Kombinationsgabe, eine gewisse geschäftliche Phantasie, die sich 
ein Bild von der Zukunft machen kann, vor allem aber Mut, Energie, Thatkraft und 
Rückfichtslosigkeit besitzen. Es find nicht die höchsten fittlichen Eigenschaften, aber Quali— 
taͤten, welche nur in bestimmter gesellschastlicher Umgebung und Schulung erlernt werden. 
Es find zu einem Teil dieselben Eigenschaften, die für einen Truppenführer, einen 
Bürgermeister, einen Landrat oder Minister nötig sind. Die Unternehmer sind die 
Offiziere und der Generalstab der Volkswirtschaft. Je komplizierter dieselbe wird, desto 
Irbßer sind die Anforderungen an sie. Und zwar steigen sie jast nicht so sehr in Bezug auf 
Kenntnisse und Geschicklichkeit wie auf den Charakter. Wenn es auch nur bestimmte 
Seiten desselben sind, die in erster Linie gefordert werden, wenn andere weiche und 
edlere Seiten des sittlichen Charakters in einer Zeit harten Konkurrenzkampfes sogar 
dem Unternehmer schädlich sein können, so sind doch der energische, wagende Mut, die 
Fähigkeit, Hunderten zu befehlen und sie mit Gerechtigkeit in Ordnung zu halten, die 
findige Entschlossenheit, neue Absatzwege zu eröffnen, sittliche und männliche Charakterzüge. 
Ohne diese hat es bis jetzt keine höher entwickelte Volkswirtschaft gegeben, und wird 
auch in Zukunft die Leitung der wirtschaftlichen Geschäfte nicht möglich sein. 
7. Das Wesen des Sittlichen. 
Jodl, Geschichte der Ethik in der neueren Philosophie. 1.1882. 2, 1889. — Adam 
Smith, Théory of moral Sentiments. 1759. Deutsch 1770 u. 1791. — Hegel, Grundlinien der 
Hhilosophie des Rechts oder Natuxrecht und Staatswissenschaft im Grundriß. 1821. 3. Aufl. 1854. — 
Schleiermacher, System der, Sittenlehre. 1838. — Herbart, Allg. praktische Philosophie, Werke 
Bde 8. — Hartenstein, Die Grundbegriffe der ethischen Wissenschaften. 1844. — Herbert Spencer, 
Die Thatsachen der Ethik. Deutsch von Vetter, 1879. — Steinthal, Allgem. Ethik. 1885. — 
Wund, Ethik. 1888. 2- Paulsen, System der Ethik. 2. Aufl. 1891. 2 Bde. — G. Simmel, 
Einleitung in die Moralwissenschaft. 1892 —883. 
Lippert, Die, Religionen der europäischen Kulturvölker. 1881. — Pfleiderer, Die Religion, 
hr Wesen und ihre Geichichte. 1869. 
Wir haben das Wesen des Sittlichen schon in unseren bisherigen Betrachtungen 
wiederholt berüuhrt. Wir haben die Sprache als das Instrument kennen gelernt, das 
die Menschen denken lehrte und sie zu gesellschaftlichem Dasein erhob. Wir sahen, daß 
mit dem unterscheidenden Denken eine Wertung, Ordnung und Hierarchie der Gefühle 
und der Triebe entsteht, daß die Triebe, und besonders die höheren, durch ihre Regu— 
lierung und richtige Einfügung in das System des menschlichen Handelns zu Tugenden 
werden. Von da' ist es nur ein Schritt bis zur Erkenntnis, daß die Rückwirkung der 
reflektierenden Werturteile auf unsere Gefühle und Handlungen uns zu sittlichen Wesen 
mache, uns jenen Adelsbrief gebe, durch den wir gleichsam zu Gliedern einer höheren 
Welt werden. 
Aber wir haben hier doch noch etwas näher das Wesen des sittlichen Urteils und 
des sittlichen Handelns zu untersuchen, über die sittliche Entwickelung und ihre Zucht— 
mittel uns zu verständigen und uns klar zu machen, inwiefern das Sittliche die Grund— 
lage und die Voraussetzung aller gesellschaftlichen Organisation, also auch der volks— 
wirtschaftlichen sei. 
22. Das sittliche Urteil und das sittliche Handeln. Das sittliche 
Denken besteht stets in einem Urteil, daß etwas gut oder böse sei; das sittliche Handeln 
in einer thatsächlichen Bevorzugung dessen, was wir für das Gute halten. Die Frage 
nach dem Wesen des Sittlichen ist vor allem eine psychologische: wie kommen wir zu 
siltlichen Urleilen und sittlicheim Handeln? Dabei kann die Rückwirkung anderer Menschen</div>
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