471)] Organisation und Verkehrsleistung der Eisenbahnen. 13 gesamten Aus- und Einfuhr der Staaten mit Handelsstatiftik wird man (nach berechneten Schätzungen von mir, Mulhall, Juraschek, Nauticus) etwa so angeben können: 1700 0,5 Milliarden Mark 1750 10 1800 6 u u 1850 17 . 1860 30 Milliarden Mark —1870 45 1 te⸗ 1880 60 J 1899 76 J Da alle Waren sowohl in der Aus- als Einfuhr vorkommen, oft vom ersten Empfangsland noch zu einem zweiten und dritten gehen, dürfte ihr Wert etwa ein Drittel bis zur Hälfte dieser Zahlen betragen. Die Proportion der Zunahme (in 200 Jahren 1: 152) bleibt dieselbe. Der innere Verkehr ist wahrscheinlich noch viel mehr gestiegen; Knies meinte schon 1833: der Nahverkehr zwischen den nächstliegenden Orten sei der stärkste und einträglichste. Aber wie wäte er zu fassen, wer hätte ihn 1700 oder 1800 oder 1880 summiert? Wer wollte die Frachtwagen- und Kahnbelaädung älterer Zeit vergleichen mit der der Bahnen und Schiffe der Gegenwart? Aus der letzten Generation sei folgendes angeführt. Es wurden zurückgelegt: auf deutschen Eisenbahnen auf österreichischen Eisenbahnen Mill. Personen⸗ Mill. Tonnen⸗ Mill. Personen⸗ Mill. Tonnen⸗ kilometer. kilometer. kilometer. kilometer. (d. h. die Multiplikation der Personen und Tonnen mit der durchfahrenen Kilometerzahl.) 1868 3212 5 042 1861 802 1128 1879 - 80 6148 12224 1881 2030 5021 1898 17554 32579 1897 6008 12462. Auf den französischen Bahnen wurden 1888 10 409, auf den französischen Land⸗ straßen (nach Schätzungen) 6000 Millionen Tonnen-⸗Kilometer bewegt. Von der deutschen Getreideernte von 19,0 Millionen Tonnen (1898) gingen 10,8 uͤber die Eisenbahnen. Kohlen, Holz, Eisen und Erze, Getreide machen heute die Hauptmasse des Verkehrs aus; mit ihrer Beförderung entstand vor allem jener Massenverkehr, der die Gegenwart von der Vergangenheit unterscheidet, der unsere Schiffe und Eisenbahnen füllt, der unsere Handels- und Verkehrsftatistik anschwellen läßt. 1897 waren unter 226 791 Millionen Tonnen beförderter Güter in Deutschland 94674 Stein- und Braunkohle. Das vereinigte Konigreich Großbritannien und Irland bezog an fremdem Weizen 1766—-80 0o22, 183646 0,2, 1867 1,85, 1890 - 94 627 Millionen Tonnen. Der Massenverkehr der heutigen Weltwirtschaft ermöglicht ganzen Völkern, überwiegend von fremden Nahrungsmitteln zu leben; eine im' ganzen gesicherte Ausgleichung der Ernten, der Vorräte, der Preisbildung ist so erreicht, wenn auch die Hauptaͤusfuhr und die Haupteinfuhrlander damit gewissen neuen Mißständen ausgesetzt sind. Aller gesteigerte Verkehr macht die Volkswirtschaft komplizierter, setzt sie leichter Krisen und Verkehrsstockungen aus; all⸗ Verkehrserleichterung bringt stärkere Konkurrenz, verbilligt die Waren um die verbilligten Transportkosten, bedroht aber auch ganze Industrien, sowie den Alkerbau ganzer Länder in feinem biherigen Bestande, erniedrigt die Werte der fixen Kapitalien. Schwere UÜbergangszeiten kdnnen so entstehen. Aber auf die D überwiegt doch der Vorteil für die Gesamtheit. Was mit der heutigen Organisation des Verkehrs, seinem Großbetrieb, seiner staatlichen Kontrollierung und Ausführung erreicht ist, läßt sich in die Worte zusammen— sassen: große Regelmäßigkeit und Sicherheit, außerordentliche Beschleunigung und Verbilligung, Ausdehnung auf die schweren Güter, Abkürzung aller Entfernungen, Umwandlung der menschlichen und wirtschaftlichen Beziehungen, wie sie früher fur die Ortsnachbarn bestanden, für Hunderttausende und Millionen Nur nach einigen Seiten hin sei das noch mit ein paar Bemerkungen näher erläutert. Die Kosten des früheren Landverkehrs pro Tonne und Kilometer haben wir vorhin angeführt: wir können sie auf 20280 Pfennige für Mitteleuropa und seine