885) Die deutsche Einkommensverteilung im Jahre 1895. 427 Einkommensbetrag findet eine Bestätigung in der Berechnung von May über die Lohn— klassen der Invalidenversicherung von 1896: d/o der Gesamtzahl Erste Lohnklasse . .. . .. 2,46 Mill. — 21,46 à 800 Mk. — 788,8 Mill. Jahreseinkommen. Zweite, . . . . 429, —37,46, 500, 2148.0 Dritte . 215 21,388, 720, 170 VBierte e4.1] 19,70 1000 Knappschafts⸗ u. Eisenbahnarbeiter 588, 1000 TAs6 Mill. 100,00 —R — 35 Nil. Jahresseinkommen. Dieselbe Rechnung hat May auch für 1900 aufgemacht, sie zeigt zugleich die Lohnsteigerung seither; sie hat folgendes Resultat: Frste Lohnklafsfse. Zweite Dritte Vierte— Fünfte d /o der Gesamtzahl 2,26 Mill. — 17,78 à 300 Mk. — 678,0 Mill. Jahreseinkommen. 3234 500 — 205507 zoöß, —2331 720 — 22248 304 , 16,05, 1000 2142,0, 21 — 952, 1400, 1694,08, 12717Niss. 100,00 5738 Miss. Jahreseinkommen. Wenn 1896 11,46 Millionen Personen fast 7, 1900 12,7 fast 9 Mill. Lohn⸗ einkommen hatten, so sind für 15,2 Millionen Personen 1895 8,68 Milliarden eher zu niedrig als zu hoch. Über die wirtschaftliche Natur des Lohneinkommens haben wir oben gesprochen. Wir sahen, daß das Lohneinkommen für eine Minderheit unsicher ist, für die Mehrheit aber doch eine leidlich gesicherte Existenz bietet, so lange Gesfundheit und Kraft vorhält. Es kommen fur die Betreffenden dazu: die Armenunterstützung, die Versicherungsrenten, die Rente aus eigenem Besitz, eigener Hauss und Landwirtschaft. Die Armenkasfen ahlen jährlich heute wohl 150—200 Millionen, die Versicherungskassen 860 Millionen, paͤter wohl 700 —800 Millionen an die Arbeiter; 4 Milliarde aus eigenem Ver— mögensbesitz wird hinzukommen, wovon wir unten noch sprechen. b) An höheren Beamten des Staates und der Gemeinden, an Vertretern der liberaken Bexrufe zählte man 1895 0,867 Millionen, an Unterbeamten 0,181 Millionen, an Beamten der privaten Unternehmungen 0,621 Millionen, zusammen 1,16 Millionen. Alle diese Personen leben überwiegend von einem Arbeitseinkommen, obwohl natürlich die obere Hälfte derselben viel erheblichere Vermögensrenten bezieht als die Lohnarbeiter. Wir fehen davon hier zunächst ab. * Wir haben oben schon von der Verwandtschaft und dem Unterschied des Beamten⸗ und des Arbeitsverhältnisses gesprochen (S. 278 -279), auch einige Gehaltsskalen S. 299) angeführt. Die wirtschaftliche Grundlage von Lohn und Gehalt ist dieselbe: der standesgemäße Unterhalt soll gewährt werden. Aber dag, Gehalt knüpft sich an eine neist sichere Laufbahn, es steigt mit der Erlangung höherer Amter, mit dem Dienstalter, hat in viel früherer Zeit als der Lohn die Zusätze der Alters⸗, der Witwenpensionen 4. sJ. w. erreicht. Angebot und Nachfrage, die Kosten einer kürzeren oder längeren Vorbereitung haben auch auf die Gehälter, Gehaltsabstufungen, Beamtenklassen ihren Einfluß, aber doch nicht so, wie auf den Lohn. Andere politische, pfychologische, moralische Ursachen mischen sich hier stärker ein: gewisse Amter gelten als nicht zu ver— Jütende Pflicht jedes Staatsbürgers oder als Ehrenämter der Besitzenden; manche werden halb mit Ehren, halb mit Geld bezahlt. Die Abstufungen der Gehälter, wie sie von den niedrigsten, dem gewöhnlichen Taglohn gleichstehenden Beträgen, mit 600 —800 Mk., bis zu den höheren 10 fachen und den höchsten 20—40 fachen hinaufreichen, sfind mehr durch Tradition, Standes- und Gerechtigkeitsgefühl als durch Angebot und Nachfrage destimmt. Das zeigt sich recht deutlich, wenn wir in der katholischen Kirche die hohen Stellen sehr hoch, die niedrigen sehr schlecht dotiert sehen; wenn in der protestantischen