immung, d.
ırbegriffs.

bezeichnen, ’so liegt doch in der Kapitalbildung die hauptsächlichste
Bedeutung des Sparens.?)
Bevor wir nun auf die verschiedenen Arten des Sparens, auf die
Verwendung, welche die Ersparnisse finden u. s. w., eingehen, müssen
wir zunächst den Sparbegriff näher bestimmen.
Sparen heißt: durch Konsumbeschränkung einen Vermögenszuwachs
 schaffen. Jede durch Konsumbeschränkung
entstandene Vermögensbildung nennen wir Ersparnia
Zur Bestimmung des Sparbegriffs sind also stets zwei Momente
erforderlich: Vermögensbildung und Konsumbeschränkung. Nur wo
sich diese beiden Momente vereinigt finden, können wir von Sparen
reden; das Vorhandensein nur eines derselben rechtfertigt den Ausdruck
 „Sparen“ noch nicht.?) %)
Daß der Begriff der Vermögensbildung ein unentbehrlicher Bestandteil
 des Sparbegriffs ist, geht schon aus dem Sprachgebrauche
hervor. Jemand mag noch so sehr darben, seinen Konsum noch so
3ehr einschränken, so lange er dadurch keinen Überschufs erzielt, so
lange also keine Vermögensbildung stattfindet, wird seine Handlung
auch im Sprachgebrauche nie als Sparen bezeichnet werden,
Wie aber eine Konsumbeschränkung, die keine Vermögensbildung
zur Folge hat, nicht Sparen ist, so ist umgekehrt eine Vermögensbildung,
 die ohne Konsumbeschränkung zustande kommt, ebenfalls
keine Ersparnis. Wir müssen hier auf die oben bereits angedeutete
andere Form der Vermögensbildung zurückgreifen. Durch Anderungen
des Naturfaktors, durch klimatische Veränderungen z. B. kann die
Fruchtbarkeit und damit der Wert eines Bodens verdoppelt werden.
Die Entdeckung eines Bergwerks bedeutet wirtschaftlich die Schaffung

‘) Siehe Conrad, Grundrifs 1, Teil $ 10,
%) Ich habe hier eine Definition zu geben versucht, welche sowohl auf das
privatwirtschaftliche Sparen, wie auf das volkswirtschaftliche pafst. Wir kommen
im folgenden darauf zurück, dafs privatwirtschaftliche Ersparnis mit volkswirtschaftlicher
 nicht immer identisch ist und dafs letztera nicht nur anf ersterer
basiert.
3 Wagner weist in seiner Grundlegung (1829) 88 284 und 290 mit Recht
Jarauf hin, dafs zur Kapitalbildung nicht nur das Produzieren und Sparen, sonjern
 als drittes auch das Disponieren gehört. (Bereits Rau I $ 133 hatte dies
betont, „ein Kapital entsteht in der Volkswirtschaft, indem 1, neue Güter hervoryebracht,
 2. sodann von der Verzehrung für blofsen persönlichen Vorteil überspart
 und 8, auf hervorzubringende Arbeit angewendet werden“.) Bei blo[ser
Vermögensbildung kommt dieses Disponieren, soweit es nicht bereits im Begriffe
Jes Sparens selbst liegt, in Wegfall.