eines neuen Vermögens, eine Erfindung kann bisher unbenutzte Naturgüter
 für den Menschen brauchbar machen und dadurch ebenfalls
neue Werte schaffen, aber in jedem dieser 3 Fälle werden wir 8owohl
 wissenschaftlich wie auch nach dem Sprachgebrauche wohl von
einer Vermögensbildung, aber nicht von einer Ersparnis reden.
Rein privatwirtschaftlich gedacht liegt die Sache noch klarer;
es liegt uns durchaus fern, eine einmalige Vermögensübertragung aus
einer Hand in die andere (z. B. eine Erbschaft), die doch für den
ampfangenden Teil einen Vermögenszuwachs darstellt, eine Ersparnis zu
nennen. Überall also, wo es sich, sei es in der Privatwirtschaft, sei
es in der Volkswirtschaft um einen einmaligen, nicht aus einer
ungewöhnlichen Konsumbeschränkung resultierenden Wertzuwachs
handelt, kommt das Sparen nicht in Betracht. Es handelt sich beim
Sparen, und das müssen wir von vornherein festhalten, fast immer
um eine sich wiederholende, mehrmalige, regelmäfsige Vermögensbildung
 durch Konsumeinschränkung. Wir haben den „Begriff des
Allmählichen, Wiederholten nicht in die Definition des Sparbegriffs
hineingenommen, weil eine einmalige, durch aufßsergewöhnliche Beschränkung
 des Konsums geschaffene Vermögensbildung vorkommen
kann und dann immer Ersparnis genannt werden wird, aber sie wird
nie die Regel bilden. Das Moment der Konsumbeschränkung gehört
also untrennbar zum Sparbegriffe, Vermögensbildung und Ersparnis
sind insofern hicht identisch, dafs jede Ersparnis wohl eine Vermögensbildung,
 aber nicht jede, sondern nur eine aus Konsumbeschränkung
 hervorgehende Vermögensbildung eine Ersparnis ist. Ad.
Smith und seine Schule machen den grundlegenden Fehler, die Vermögens-
 und Kapitalbildung nur aufs Sparen zurückzuführen, dies
ist eine zu einseitige Auffassung der Vermögensbildung (efr. Adı
Smith, an inquiry into the wealth of nations 2. Buch — deutsch von
Dr. W., Löwenthal Berlin 1882 — 3. Kap.). Eine solche Verwechselung
zwischen. Vermögensbildung und Ersparnis liegt gewissermafsen nahe
und hat verschiedene Autoren, wie z. B. Lassalle zu falschen Folgerungen
 verleitet.
Ist somit der Begriff des Sparens eingeschränkt, so mufs hier
anderseits umsomehr betont werden, dafs es sich überall dort, wo
Vermögensbildung nicht durch einmalige Okkupation oder die anderen
oben angeführten Gründe eintritt, um eine Ersparnis handelt, wenn
das Moment der Konsumeinschränkung auch nicht klar hervortritt.
Wie bereits hervorgehoben wurde, ist die erste Ursache jeder Reichsumsbildung
 die Natur, die menschliche Arbeit und das schon vor-