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Roscher diese Wertsteigerung wohl privatwirtschaftlich als Vermögensbildung
 für die jeweiligen Eigentümer, aber nicht volkswirtschaftlich
als solche anzusehen, weil keine neuen Nutzwerte geschaffen werden,
nur der Tauschwert steigt. Nach der von uns gegebenen Definition
des Sparbegriffs werden wir eine solche einmalige Wertsteigerung
überhaupt nicht als Ersparnis bezeichnen können. Hier handelt es
sich um keine Konsumbeschränkung, also auch um keine Ersparnis,
sondern nur um eine relative privatwirtschaftliche , keine positive
volkswirtschaftliche Vermögensbildung.
Nach diesen drei Beispielen ergiebt sich also die Beantwortung
der Frage, ob eine volkswirtschaftliche Ersparnis stattgefunden hat,
aus der Addierung sämtlicher privatwirtschaftlicher Ersparnisse unter
Berücksichtigung zweier Punkte: 1. dafs man von dieser Summe alle
privatwirtschaftlichen Vermögensverausgabungen, wie sie bei andern
über ihr Einkommen hinaus lebenden Privatwirtschaften vorgekommen
sein mögen, abzieht!) und 2. dals man als volkswirtschaftliche Ersparnis
 nur den Zuwachs an Gebrauchswerten ?) bezeichnet und einen
solchen an nominellen Geldwerten, wie er durch eine gesteigerte
Nachfrage innerhalb der Volkswirtschaft oder durch einen Preissturz
les Geldes jederzeit herbeigeführt werden kann, nicht berücksichtigt.
Aber eine solche Berechnung wäre nur scheinbar richtig. Die
Addierung sämtlicher privatwirtschaftlicher Werte ergiebt noch keine
richtigen volkswirtschaftlichen Werte. Es wäre ein Fehler, die Volkswirtschaft
 nur als die Summen sämtlicher Privatwirtschaften anzusehen
and danach zu beurteilen.) So müssen wir auch hier beim volks-1)

 Simonde de Sismondi: Nouveaux principes d’&amp;conomie politique, livre IV
;h. LV. Paris 1819, p. 380: „Mais un revenu qui m’a fait que changer de deten-‚eurs
 n’est point un revenu nouveau. Le marchand qui augmente son revenu,
ie tout celni que perdent ses rivaux n’en rend pas la nation plus riche, le
fabricant qui augmente son revenu de tout le salaire, qu'il retranche ä ses ouvriers
a’ajoute rien au revenu national, de mö6me le fonetionnaire public qui Ele&amp;ve son
;raitement de tout ce que les impöts prennent au contribuable ne cr6e point
ainsi de richesses nouvelles.“ Siehe auch Roscher $ 245 Anm. 3.
2) Roscher, Grundlagen $ 45.
3) Dies hat Ad. Smith gethan: „As the capital of an individual can be inoreased
 only by what he saves from his annual revenue or his annual gains, so
;he capital of a society which is the same with that of all the indivi-Auals
 who compose it can be increased only in the same manner.“ (An injuiry
 1. Bd. 2. Buch. — Siehe Adolf Wagner, Grundlegung 1879, 5 289.) Bereits
Lauderdale hatte auf diese falsche Auffassung von Smith aufmerksam gemacht;
ar verfällt aber bei der Kritik der Smithschen Ansicht, dafs volkswirtschaftliches