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wirtschaftlichen Sparen auf Momente Rücksicht nehmen, die vom
privatwirtschaftlichen Standpunkte ganz oder teilweise in Wegfall
kommen. Wie verteilen sich die gemachten Ersparnisse auf die Bevölkerung?
 Sind diese Ersparnisse nicht von einer Klasse auf Kosten
einer anderen gemacht worden? Ersparnisse z. B., die auf Kosten
der Arbeiter, ihres sittlichen Niveaus, ihrer Gesundheit und Arbeitskraft
 erreicht worden sind, können wohl privatwirtschaftlich aber nicht
volkswirtschaftlich als Ersparnisse bezeichnet werden.*) Die leibliche
und geistige Gesundheit der Bevölkerung, ihr sittlicher Sinn, ihre
Zufriedenheit, die Ruhe und Ordnung des Staates, dies alles sind
Faktoren, die zur Beantwortung der Frage, ob privatwirtschaftliche
Ersparnisse vorliegen, nicht herangezogen zu werden brauchen, die
aber bei Beurteilung des volkswirtschaftlichen Sparens in Rechnung
gestellt werden müssen. Wo diese Faktoren ein ungünstiges Resultat
zeigen, dort können wir volkswirtschaftlich nicht gut von Ersparnissen
reden, Es giebt freilich auch geistige Güter, wenn auch nicht so
viele, die bei Beantwortung der Frage, ob privatwirtschaftlich eine

Kapital nur durch privatwirtschaftliche Ersparnisse gebildet werden könne,
sofort in den viel gröfseren Fehler, die Möglichkeit einer volkswirtschaftlichen
Ersparnis überhaupt zu bestreiten, Lauderdale sagt z. B.: „Wenn wir erwägen,
dafs diese Enthaltsamkeit vom Verbrauche und die darauf folgende Akkumulation.
 weder darauf gerichtet ist, das Erzeugnis des Bodens zu vergröfsern, noch
die Anstrengungen der Arbeit zu vermehren, noch einen Teil der Arbeit zu verrichten,
 welche sonst durch Menschenhände ausgeführt werden müfste, so sind
wir, wie es scheint, sofort berechtigt zu erklären, dafs die Akkumulation ein
Verfahren sein kann, Reichtum von A, B, C auf D zu übertragen, aber kein
Verfahren, den Reichtum des Volkes zu vergrößern, indem Reichtum allein durch
dieselben Mittel vergröfsert werden kann, durch welche er erzeugt wird.“ (S. 207
bis 209.) Siehe auch Bergmann S, 32, Man könnte darauf erwidern, dafs Ersparnisse
 in Bodenmeliorationen angelegt, „das Erzeugnis des Bodens vergröfsern“,
dafs Ersparnisse angelegt in neugegründeten Fabriken „die Anstrengungen der
Arbeit (die Nachfrage nach Arbeit) vermehre“ und dafs Ersparnisse umgewan-Jelt
 in Maschinen, „einen Teil der Arbeit verrichten, welche sonst durch Menschenhände
 ausgeführt werden müfste‘“. Lauderdale erkennt also nur eine privatwirtschaftliche
 Ersparnis an, worin ihm Storch (Cours d’&amp;conomie politique ou exposition
 des principes qui determinent la prosperit&amp; des, nations. Petersburg
1815) nahesteht, wenn er ausführt, dale eine Nation nur insofern sparen könne,
als sie Werte an Ausländer verleihe, Siehe auch Bergmann S. 36,
') Siehe Hermann, Staatswissenschaftliche Untersuchungen S, 871, 379 bis
380. Siehe auch Domela S. 186 u. 187. Domela sagt hier ganz mit Recht, dals
38 nicht immer nur auf die Menge des Ersparten, sondern auf die Art, wie gespart
 sei, ankomme, dies hat privatwirtschaftlich, aber bei weitem mehr noch
rolkswirtschaftlich seine Berechtigung.