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seiner besseren Ausführung angelegten Ersparnisse sich voll bezahlt
machen. Aber bei Anlage von Ersparnissen in der gröfseren Dauerhaftigkeit
 von Gegenständen ist die produktive Wirkung nur selten
der Hauptzweck, auch kann eine zu grofse Dauerhaftigkeit leicht
eine unpraktische und kaum mehr produktive Sparsamkeitsanlage
darstellen. Dieselben Ersparnisse in die Produktion gesteckt, würden
meist viel produktiver wirken. Roscher führt als Beispiel hierzu die
übertriebene Dauerhaftigkeit so vieler Gebäude an.!) „Kin Haus,
das 60 Jahre vorhält, für 10000 Thaler zu bauen ist sparsamer als
ein Haus für 20000 Thaler auf 400 Jahre, denn sehon in 60 Jahren
beträgt der Zins der gesparten 10000 Thaler soviel, dafs man 3
solche Häuser davon bauen könnte“. Ein weiteres Beispiel zu grofser
und daher relativ unproduktiver Dauerhaftigkeit bieten z. B. auch
die landwirtschaftlichen Gebäude, die besonders hier in Deutschland
m Gegensatze zu Amerika) zu massiv und kostspielig gebaut werden.
Das Verhältnis der unproduktiv angelegten Vermögensteile zu
denen, welche produktiv wirken, ist natürlich von höchster Bedeutung
für ein Volk, Es hängt dies grofsenteils vom Charakter eines Volkes
ab, wie weit z. B. sein Kunstsinn, wie weit sein produktiver Sinn
entwickelt ist. Im ersteren Falle werden die unproduktiven Anlagen
(Kunstschätze, Parks u. s. w.), im andern die produktiven Anlagen
einen größeren Prozentsatz ausmachen. Auch die sozialen Verhältnisse
 werden hier in Betracht kommen. Mit fortschreitender
Kulturentwicklung verschwinden viele unproduktive Anlagen z. B.
unmäfsig grofse Vorräte, zu dauerhaft hergestellte Gegenstände,
thesaurierte Schätze, mit zurückgehender Kultur kann die unproduktive
Vermögensanlage wieder zunehmen. In Kriegszeiten ändern die Ersparnisse
 leicht die Form der Anlage und werden wieder thesauriert.
Fassen wir noch einmal alle soeben genannten Formen zusammen,
unter denen man Ersparnisse müfsig aufstapeln kann, so sehen wir,
dafs diese Form, Ersparnisse anzulegen, wirtschaftlich nie die Wichtigkeit
 einer produktiven Anlage haben kann, dafs sie an bestimmte
Güter, an bestimmte Zeiten gebunden und auch dort in ihrer Ausdehnung
 beschränkt ist. Eine absolut unbegrenzte Aufbewahrung von
Ersparnissen ist nur dadurch möglich, dafs man sie immer wieder ip
die Produktion steckt und so gewissermalsen den irdischen Werdeprozefs
 mitmachen läfst. Das Sparen, besonders das volkswirtschaftliche
 Sparen, bezweckt vornehmlich nicht die absolute Aufbewahrung

') Roscher, Grundlagen 8 223, Siehe auch Anm. 1..