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keinen Einflufs üben, die in den unruhigsten Zeiten, beim schlechtesten
Zinsfuls unbekümmert weitersparen und wieder andere, wie die Verschwender,
 die auch unter den günstigsten Bedingungen, bei der
gröfsten Sicherheit der Anlage nicht sparen würden. . Welches sind
nun also die inneren Bedingungen, von denen das Sparen abhängt, und
wie werden diese wiederum von den äufseren Bedingungen beeinflußt?
Wir wollen hier von vornherein von den Fällen absehen, wo das Unfreiwillig
Sparen überhaupt nicht aus dem freien Willen des Menschen hervor- ;
geht, schon darum, weil diese Fälle zu den Ausnahmen gehören. Bei
allen, die am vollen Konsum ihrer Einnahmen verhindert sind, ist
das Sparen ein unfreiwilliges, also z. B. bei Unmündigen, die gleichwohl
 schon im Besitze eines Vermögens sind, bei allen denen, die
aus irgend welchen Gründen unter Vormundschaft stehen, bei Stiftungen,
 die statutenmälsig sparen müssen u. s. w. Eine Art unfreiwilligen
 Sparens findet auch dort statt, wo Personen, die plötzlich in
unproportionierter Weise reich geworden sind, nicht wissen, wie sie
ihr Mebreinkommen verwenden sollen; an einfache Sitten gewöhnt,
finden sie am Luxus keinen Reiz und können sich in so kurzer Zeit
keine neuen Luxusbedürfnisse angewöhnen; man mulfs z, B. Kunstkenner
 sein, um Freude am Sammeln von Kunstschätzen zu finden
u. 8. w. Diese Leute sparen, weil sie beim besten Willen nicht
wissen, wie ihr Einkommen zu verausgaben. Amerika bietet hierfür
interessante Beispiele von Leuten, die durch das ewige Hasten
nach Gewinn die Genufsfähigkeit völlig verloren haben (soweit sie
dieselbe überhaupt vorher besaflsen) und nun erst lernen müssen,
wie sie ihr vieles Geld ausgeben sollen... Aber auch hier in Deutschland
lassen sich leicht solche Beispiele finden, man braucht nur an den
auf einmal reich gewordenen kleinen Bürger und Bauern zu denken.
Man könnte versucht sein unter diese Fälle unfreiwilligen Sparens
auch die durch die Sklaverei bewirkten Ersparnisse zu rechnen, indem
man sagte, der Sklave hätte hier unfreiwillig gespart. Roscher weist
nach, dafs die ersten Ersparnisse durch die Sklaverei entstanden seien,
indem die Herren das Mehr, was die Sklaven erarbeiteten, nicht ganz
aufzehrten, sondern ansammelten und dann produktiv oder auch unproduktiv
 anlegten. Die grofsen Kulturwerke der antiken Welt, ihre
Heerstrafsen und Wasserleitungen, ihre Pyramiden und Tempel sind
die Zeugen solcher Ersparnisse, gemacht auf Kosten einer in ihrem
Konsum gewaltsam beschränkten, unterdrückten unteren Klasse. ?) Es

ıy Roscher, Grundlagen 8 45 und Anm. 7: „Über .die Unvermeidlichkeit der