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wäre aber meines Erachtens falsch, die Sklaverei als ein Beispiel unfreiwilligen
 Sparens anzusehen; hier ist es nicht der Sklave sondern
der Herr desselben, welcher spart, der Herr, welcher das Dispositionsrecht
 über das vom Sklaven Erarbeitete besitzt und welcher wenn er,
dem der Konsum zufällt, dieses Produkt nicht ganz verzehrt, dadurch
aus freiem Willen Ersparnisse macht.

a

)rei Sparmotive.


Ist es nun möglich, alles freiwillige Sparen auf ein einziges im
Menschen wohnendes Prinzip, auf eine gemeinsame Quelle zurückzuführen?
 Auf den ersten Blick erscheint es das natürlichste, alles
Sparen auf eine angeborene, dem einzelnen Menschen in verschiedenem
Grade anhaftende Charaktereigenschaft zurückzuführen, die wir gemeinhin
 Sparsamkeit nennen (für den Geizigen z. B. der unter allen
Umständen um des Sparens selber willen spart, würde dies zutreffen),
aber wir sehen bald, dafs keineswegs alle Fälle, in denen gespart
wird, auf diese angeborene Sparsamkeit als letzte erkennbare Ursache
zurückgeführt werden können, Oft ist der Grund des Sparens nicht
in uns, in einem angeborenen Triebe, sondern in einer verstandesmäfsigen
 Überlegung zu suchen, die uns um der Vorteile halber, die
aus dem Sparen resultieren, sparen heifst. Vorsorge für die Zukunft,
der Wunsch, durch momentane Verzichtleistung den vorhandenen
Besitz zu mehren, sind hier der Zweck des Sparens. Dieser Grund
zum Sparen ist in seinen äufseren Wirkungen dem vorigen sehr ähnlich,
 beide wirken oft gemeinsam und man mufs schon auf ihre Entstehung
 zurückgehen, um den grundlegenden Unterschied zwischen
ihnen wahrzunehmen. Dort ist das Sparen Selbstzweck, hier nur
Mittel zum Zweck, dort kommandiert der angeborene Sparinstinkt,
hier ist der Wunsch zum Sparen abhängig von vorhergegangener
Überlegung, von anderen ihm ursprünglich fernliegenden Rücksichten.
Ebenfalls von anderen und zwar von ethischen Rücksichten ist das
Sparen beeinflufst in einem dritten Falle ‚ nämlich dort, wo aus
Mäfsigkeitsgründen gespart wird. Weder das Sparen an sich noch

Sklaverei, wenn man Kapital braucht und doch niemand sparen mag, siehe de Metz
Noblet: Phenomenes 6conomiques I, 806. Greil übertrieben von Lassalle, Bastiat-Schulze
 99 fg. Nach Karl Marx: „Das Kapital“, herausgegeben von Fr, Engels,
Hamburg 1894, Bd, III, I. Teil, 5. Kapitel, hat der moderne Arbeiter die Rolle
les antiken Sklaven übernommen, so „dafs die Überarbeitung, die Verwandlung
les Arbeiters in ein Arbeitsvieh eine Methode ist, die Selbstverwertung des Ka-‚itals
 die Produktion des Mehrwerts zu beschleunigen“,