die durch das Sparen zu erreichenden Vorteile, sondern der Nichtkonsum
 an sich ist hier der Zweck des Sparers; dafs durch den
Nichtkonsum indirekt gespart wird, hat für den Mäfsigkeitssparer
nur eine nebensächliche mehr accidentelle Bedeutung. So scheiden
sich denn drei grofse Gruppen von Gründen, aus denen das Sparen
hervorgehen kann. Diese Unterscheidung ist, soviel mir bekannt,
bisher von niemandem gemacht worden!) und doch scheint sie mir
unentbehrlich, um einen tieferen Einblick in das Wesen des Sparens.
zu thun, um später die richtigen Folgerungen ziehen zu können.
Wir müssen also noch im einzelnen auf diese drei grofsen Motive
eingehen, wobei ich aus praktischen Gründen das ethische Motiv an
die erste, das Sparen um Vorteil als das wirtschaftlich wichtigste
Motiv an die dritte Stelle gesetzt habe.
Beim ethischen Motive, beim Sparen aus Sittlichkeits- oder Mäfsigkeitsgründen
 ist das Ansammeln von Vorräten, die Gründung produktiver
 Anlagen Nebenzweck, Einschränkung des Konsums nicht Mittel
zum Zweck sondern Selbstzweck. Personen, Genossenschaften und
Völker können aus religiösen oder sittlichen Motiven ihren Konsum
sinschränken. Die ersten Christen hielten Trägheit und Luxus für
Schande, Arbeit, Mäfsigkeit und Nüchternheit für Pflicht, sie
sparten inmitten jener römischen Welt, wo sonst jedermann dem
schrankenlosesten Luxus fröhnte und der (Gedanke an Sparen allgemein
 fern lag, wo also aufser ihnen sonst niemand an Sparen
lachte. ?) Bei den Christen war es weder die Sucht nach Geld
noch die Hoffnung auf Gewinn, die sie zum Sparen antrieb, ihr
Sparen ergab sich aus ihren Konsumbeschränkung fordernden sittlichen
 Anschauungen. Dieselbe Reinheit der Gesinnung werden wir
auch heute noch bei einzelnen Individuen, wie bei einzelnen reliziösen
 Genossenschaften, wie z. B. bei den Quäkern und den Herrenhutern
 finden.
Aber nicht nur in solchen Ausnahmefällen, wie zu Zeiten der Grün-Jung
 einer neuen Religion oder bei besonders strengen religiösen Genossenschaften
 finden wir dies Motiv wirksam, in schwächerer Weise spielt

Erstes Motiv:
ur aus
äfßfsigkeit.

1) Domela (S. 69) kennt nur zwei Beweggründe, einen äufseren und einen
inneren. „Ersterer läfst sich von äufseren Umständen bestimmen, von der Aussicht
 auf Gewinn, letzterer wurzelt in der intellektuellen und moralischen Kraft
und erhebt die Sparsamkeit zu einer Pflicht, die niemals ungestraft verletzt wird
ind deren Erfüllung für die Beständigkeit und Fortdauer der Kultur von der
yrößfsten Wichtigkeit ist.“
2) Domela 8. 14.