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suchung aber werden wir diesen Ausdruck in vielen Fällen berichtigen
müssen. Ein Mann, welcher für andere darbt, der z. B. für seine
Kinder spart, ist nicht geizig; einen Mann, der seinen Konsum in
übertriebener Weise einschränkt, um von den gemachten Ersparnissen
seine spätere Carriere zu bestreiten, werden wir nicht geizig nennen,
sodafs Geiz also nicht eine graduelle Unterscheidung der Sparsamkeit
ausdrückt, sondern eher die Wurzel bezeichnen will, aus der die Sparsamkeit
 resultiert. Das Anhäufen des Goldes ohne weiteren Zweck,
um seiner selbst willen, ist ein Motiv an sich und der Ausdruck Geiz
sollte nur auf eine aus diesem Motive hervorgegangene übertriebene
Sparsamkeit angewandt werden.
Wenn nun auch der Geiz als solcher keine häufige Charaktereigenschaft
 ist, so darf man doch den Trieb, Geld um des Geldes
willen zu sammeln, reicher werden zu wollen, nur um anderen den
Vorrang abzulaufen, nicht unterschätzen; er spielt bei fast allen
Menschen, bei allen Völkern mit, er wird sich nur selten zum Geize
entwickeln, er wird oft mit den beiden anderen Sparmotiven verwechselt
werden, aber er wird stets einer der grofsen Faktoren bleiben, die
den Menschen zum Sparen antreiben.
ittes Motiv: Das dritte Motiv nun, aus dem unsere Sparsamkeit hervorgehen
Ss Sparen aus x n . . n x
erechnung. kann, ist nicht, wie das besprochene, in einem natürlichen und angeborenen
 Sparinstinkte zu suchen, sondern in dem den meisten
Menschen innewohnenden Streben nach Höherem und Besserem. Die
Erkenntnis der durch das Sparen zu erzielenden wirtschaftlichen Vorteile
 spornt hier zum Sparen an, die Erreichung eines besseren wirtschaftlichen
 Zustandes ist hier Endzweck. Während das Sparen aus
Mäfsigkeitsgründen von dem moralischen, ethischen Niveau der Bevölkerung
 abhängt, während das Sparen aus Freude am Sammeln
von einer Naturanlage abhängig ist, ist das Vorhandensein dieses
Sparmotivs von der geistigen und kulturellen Entwickelungsstufe und
Entwickelungsfähigkeit eines Volkes bedingt. Domela ?) nennt diese
geistige Vorbedingung für das Vorhandensein dieses Sparmotivs die
Fähigkeit, sich Zukünftiges vorzustellen verbunden mit der Energie.

Kameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erforderlich sind“, Leipzig
1755, den Unterschied also auseinander: „Die Sparsamkeit beobachtet alle Pflichten,
lie sie sich selbst und anderen schuldig ist, und setzt den Wohlstand und den
Betracht, den man vor die vernünftigen Gewohnheiten der Welt haben muß, nie
aufser Augen. Der Geiz hat aber vor Alles dieses nicht die geringste Aufmerkaamkeit.“

7 Domela S. 835.