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jeden Fortschritt lahm gelegt ist. Mag jene Fähigkeit auch in vielen
Fällen durch die Kultur den Völkern anerzogen werden können (wir
kommen im folgenden hierauf zurück), so giebt es doch, wie Rae an
dem Schicksale des Jesuitenstaates zeigt, Völker, wo auch dies nicht
möglich ist. Ein ganz entgegengesetztes Beispiel liefert uns in Deutschland
 die Geschichte so vieler Bauernansiedelungen. Indem die Bauern
die gewonnenen Früchte ihrer Arbeit immer von neuem in die Produktion
 stecken, indem sie unablässig für eine Zukunft arbeiten, die
sie selbst nicht mehr erleben können, schaffen sie in wenigen Generationen
 an Stelle von Urwald und öden Mooren fruchtbare Felder,
blühende Dörfer!) Bei allen diesen Ansiedelungen handelt es sich
um Ersparnisse im grofsen. Nur dadurch, dafs die Bauern das
Produkt ihrer Arbeit nicht ganz verzehrten, sondern dasselbe immer
wieder produktiv verwendeten, konnten sie diese grofsen Erfolge erzielen.
 Das Sparen ist hier nicht ein Ansammeln von Schätzen, noch
geht es aus Mäfsigkeitsgründen hervor, es ist vielmehr die Fähigkeit,
sich Zukünftiges vorstellen zu können, verbunden mit der sittlichen
Kraft, dafür zu leben, auch wenn man weils, dafs erst die Kindeskinder
 die Früchte von den Bäumen pflücken werden, die man heute
gepflanzt hat.
Geht also dieses dritte Sparmotiv aus ganz anderen geistigen _ Weitere
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Vorbedingungen hervor, wie die beiden anderen erstbesprochenen zwischen d'
Motive, so ist es von diesem auch noch in vielen anderen Punkten des beiden
unterschieden. genannten
1. Dieser aus der Aussicht auf späteren Gewinn und aus der
Absicht, etwas Zukünftiges zu schaffen, hervorgehende Spartrieb,
ist sowohl einer altruistischen wie einer egoistischen Färbung fähig. In
vielen Fällen hoffen wir ja wohl selber die Früchte unserer Anlage
zu genielsen, Ein typisches Beispiel ist hier der Franzose; der bekanntlich
 in Frankreich sehr stark entwickelte Sparsinn hat dort,
besonders in den mittleren und unteren Ständen, den Zweck, dem
betreffenden Sparer einen möglichst sorgenlosen, behaglichen Lebensabend
 zu gönnen und ihm zu gestatten, das Tagewerk dieses Lebens
30 früh wie möglich abzuschliefsen. Aber in wie viel anderen Fällen
sparen wir nicht für uns selbst, sondern für unsere Kinder. Die
öffentliche Meinung verlangt eine solche Sparsamkeit von einem jeden
tüchtigen Familienvater; wie oft weils der Sparer, dafs erst seine
Enkel oder Urenkel die Früchte seiner Sparsamkeit ernten werden;

:\ Siehe Domela S. 25 und 381.