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überall dort, wo es sich wie bei dem oben genannten Beispiele um
die Bebauung eines neuen Landes, die Schaffung einer neuen Kultur
handelt, sehen nur die wenigsten selber das gelobte Tand, für das sie
gespart und gearbeitet haben. Wenn sie also für eine so entfernte
Zukunft sparen, so leitet sie nicht Egoismus sondern das altruistische
Bestreben, für ihre Kinder zu sparen, ihre Pflicht zu thun als nützliche
 Glieder ihrer Gemeinde, ihres Staates und der Menschheit.
Dafs der Endzweck des Sparens sich nicht immer auf die Familie zu
beziehen braucht, sondern dafs auch für gröfsere Verbände, die
Heimatstadt, den Staat u. s. w. gespart werden kann, dafür bietet
uns manches schöne Beispiel Amerika, wo so manches zusammengesparte
 Vermögen gemeinnützigen, wohlthätigen und patriotischen
Zwecken zu gute kommt (wie man überhaupt ja in Amerika nicht so
darauf hält, seinen Kindern viel zu hinterlassen, diese vielmehr auf
ihre eigene Arbeit anzuweisen sucht).
Das andere wirtschaftliche Motiv, das angeborene Streben, Geld
um seiner selbst willen anzuhäufen, ist einer solchen altruistischen
Färbung nicht fähig, der Goldgierige denkt nicht an die Zukunft
seiner Kinder oder an einen zukünftigen durch seine Ersparnisse zu
verbessernden Zustand, Er freut sich des gegenwärtigen Besitzes
und sein ganzes Sinnen geht darauf aus, mehr als andere zu haben.
2. Ein zweiter Unterschied liegt darin, dafs der Mann, der für
die Zukunft spart, nur in den seltensten Fällen zu jenen häfslichen
Übertreibungen des Spartriebs gelangen wird, denen der Geldgierige
so leicht ausgesetzt ist. Da ein Sparen auf die Zukunft hin, wie wir
gesehen haben, nicht aus einem instinktartigen Triebe sondern aus
vernunftgemäfser Überlegung hervorgeht, so liegt die Gefahr » das
richtige Mafs zu überschreiten, hier viel ferner als dort. Die Sparsamkeit
 eines vorsorgenden Familienvaters wird selten zur Kargheit
führen, im Unterschiede zum Geizigen wird er für notwendigen, nützlichen
 und edlen Konsum stets eine offene Hand haben, Für die
geistige und körperliche Ausbildung seiner Kinder, zur Schaffung
eines gemütlichen Heims, zur Befriedigung seines Kunstsinnes, für
Wohlthätigkeitszwecke oder um den Seinen eine unschuldige Freude
zu bereiten, wird er meistens Geld zu opfern bereit sein. Dasselbe
sehen wir im grofsen von den Ständen, die jenem selben Sparsinne
ihre Wohlhabenheit verdanken. Die Mönche des Mittelalters sammelten
trotz ihrer Sparsamkeit Kunstwerke, sie schufen herrliche Denkmäler
der Baukunst, sie verwandten grofse Mittel für die Pflege der Wissenschaften.
 Die reichen Städter verstanden trotz ihrer Sparsamkeit