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den Missionaren mühsam gelehrt werden müssen. !) Je schneller sich
nun der Sparsinn entwickelt, um so schneller schreitet die Kulturentwicklung
 vorwärts, um so mehr wird hierdurch wiederum der
Anreiz zum Sparen und die Möglichkeit des Sparens (z. B. Aufhören
des Thesaurierens, sichere Anlage, sichere Zinsen, Volkssparkassen)
gefördert.) In Zeiten rückschreitender Kultur geht auch das Sparen
zurück, wir brauchen nur an die Römer in ihrer Verfallzeit zu denken.
Sparen ist ein Zeichen, dafs ein Volk hoffnungsfreudig in die Zukunft
blickt, ein Zeichen der Gesundheit des sozialen Körpers; geht diese
zurück, zeigt sich die Zukunft in trüben Farben, so nimmt der Antrieb
 zum Sparen ab und die Ersparnisse fallen ebenfalls.
2, Direkte Nachdem wir so die Umstände gewürdigt haben, die den Spar-Zrziehung
 des . 3 4 . x .
Sparsinns. Sinn indirekt beeinflussen, so kommen wir nunmehr zu den Bedingungen,
individuellen und staatlichen, durch die der Sparsinn planmäfsig entwickelt
 werden kann.
Wir haben bei Roscher®) gesehen, wie der Schweizer seine
Kinder zur Sparsamkeit erzieht; indem er sie von Jugend an auf
sich selbst, die Mädchen auf den Ertrag ihrer Weifsstickerei, die
Söhne auf ihren eigenen Beruf anweist, gewöhnt er sie an ein einfaches
 arbeitsames Leben, welches sie, wenn sie in späteren Jahren
das reiche Erbe ihrer Väter erhalten, schon der lieben Gewohnheit
halber nicht mehr ändern mögen. In gleich pädagogischer Weise
sollen zuweilen reiche Amerikaner ihre Kinder erziehen, indem sie
dieselben von frühester Jugend dazu anhalten, sich selber Geld
zu verdienen (z. B. als Laufburschen oder indem sie kleine Sachen
feilhalten). *) Bei uns in Deutschland wird der Erwerbssinn von vornherein
 nie so ausgebildet wie in anderen Ländern, die Schuld oder
das Verdienst daran trägt wohl zum Teil unser humanistisches Gymnasium,
 unsere ganze Bildung geht dahin, den Erwerbstrieb zu ersticken,
 in derselben Richtung arbeiten auch gesellschaftliche Vorarteile.

Hier kann nur der Staat mit seiner Gesetzgebung der indiviiy

 Siehe auch Smiles S. 57.
?) Siehe Conrad, Grundrifs I. Teil, $ 10: „Jeder Kulturfortschritt schlie[st
Kapitalvermehrung ein und diese macht jenen wiederum erst in ausgedehnterem
Mafse möglich.‘
*) Roscher 8 222. Siehe auch oben S, 44.
4) Mit diesem Erziehungsprinzipe geht Hand in Hand, dafs sie auch, wie
bereits oben bemerkt war, gar nicht besonders besorgt sind, bei ihrem Tode
ihren Kindern möglichst viel zu hinterlassen, sondern vielfach grofse Teile ihres
Vermögens an gemeinnützige Stiftungen geben,