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bt Die bisher angeführten Faktoren waren mehr solche, die, wenn
a bee Sie eine lange Zeitperiode hindurch wirksam bleiben, den Sparsinn
he edin- zu entwickeln geeignet sind; wir kommen nunmehr zu den Bedingungen,
gungen. die mehr momentan auf die Zunahme oder Abnahme der Ersparnisse
einwirken, die selbst wechselnd einen fortwährenden Einfluls auf
das Sparen selber ausüben, also Sparbedingungen im engeren Sinne
des Worts genannt werden können. In erster Linie stehen hier die
sozialen Verhältnisse. Je nach der Gliederung derselben wird. das
Sparen in der Volkswirtschaft einen gröfseren oder geringeren Platz
beanspruchen. Nach drei verschiedenen Richtungen hin kann die
3oziale Lage das Sparen beeinflussen: Die Mehrzahl der Bürger
mufs überhaupt in der Lage sein, sparen zu können, es mufs ferner
für den Sparer die Möglichkeit bestehen, seine Verhältnisse, besonders
 seine soziale Lage zu verbessern, es mufs aber auch durch die
soziale Lage das Gefühl der Pflicht, für sich und die Seinigen vorszusorgen,
 anerzogen sein, ein Gefühl, das ja ebenfalls zum Sparen
drängt. Beim sozialdemokratischen Staate würden z, B. diese beiden
letzteren Punkte in Wegfall kommen, es würde dort nicht gespart
werden, auch wenn die Möglichkeit dazu vorläge. Alle drei Momente
treffen bei den Klassen, die ein mittleres Einkommen besitzen, zu.
Die Möglichkeit, etwas zurückzulegen, ist hier vorhanden, ebenso auch
die Chance, sich dadurch pekuniär und sozial zu verbessern, und
schliefslich ist der Bürger dieser Klassen sehr oft genötigt, für sein
aigenes Alter und für seine Kinder durch Sparen vorzusorgen. Die
Erziehung seiner Kinder kostet ihm verhältnismäfsig viel und dauert
viel länger, als bei den ärmeren Ständen, er mufs seinen Kindern
auch so viel hinterlassen, dafs sie ihre Laufbahn im Staatsdienste,
im Gelehrten- oder Künstlerkreise auch ohne ihn fortsetzen können.
Dasselbe trifft auch für den Mittelstand, z. B. für den Handwerkerstand
 zu, wo überdies relativ mehr gespart werden kann, weil hier
die Repräsentationskosten der höheren Stände wegfallen, darum spart
der Mittelstand auch von allen Ständen relativ am meisten. Bei dem
sehr Reichen nimmt der Reiz zum Sparen ab; er hat bereits die
höchste Stufe der sozialen Leiter erklommen, er kann seine gesellschaftliche
 Stellung jetzt eher noch durch Ausgaben, nicht mehr durch
Sparen verbessern, ebenso kommt das Gefühl der Pflicht, für sich
selbst, für die Zukunft seiner Kinder vorzusorgen, bei so grofsen Vermögen
 in Wegfall. Beim ganz Armen ist entweder die Möglichkeit,
etwas zu sparen, überhaupt nicht vorhanden, oder sein trauriges
Schicksal hat ihm allen Mut genommen, seine Lage durch Sparen