‘3

Rau.

Der Mensch kann zur Entstehung von Vermögensteilen
beitragen, indem er darauf hinwirkt, „dass mehr solche körperliche
Dinge, denen das Urteil des Menschen schon einen bestimmten
Wert beilegt, in das Vermögen gelangen, — Production“ oder
indem er körperliche Dinge mit menschlichen Zwecken in Verbindung
 setzt und in ihnen einen höheren Grad von Nützlichkeit
 entdeckt, so dass ihnen ein höherer Wert beigelegt wird.
„Diese die menschlichen Kenntnisse vervollkommende "Thätigkeit
kommt in ihrer Wirkung mit der Production überein. *)
An anderer Stelle sagt Rau: Production besteht in „der
Vergrösserung des Volksvermögens vermittelst eines am Stoffe
haftenden Gebrauchswertes, welcher vorher noch gar nicht im
Vermögen des Menschen war. **)
Um festzustellen, welche Thätigkeiten zu den productiven
oder unproductiven . gehören, untersucht Rau die Zweige der
Arbeit und unterscheidet zuerst wirtschaftliche Arbeiten, die das
Bedürfnis nach Sachzütern befriedigen, und zwar:
].. durch Vermehrung der Wertmenge der Sachgüter;
2, durch Besorgung ihres Übergangs in andere Hände;
3. durch Erhaltung derselben und Erleichterung ihres Gebrauches.


Daraus geht hervor, dass Rau den Handel zu den wirtschaftlichen
 Arbeiten rechnet. Diesen stellt er die persönlichen
Dienstleistungen gegenüber.
Die unter 2 genannten Thätigkeiten sind die Arbeiten der
Güterübertragung, Verkehrsarbeiten, und werden eingeteilt. in:
1. Handelsgeschäfte die den Tausch von Sachgütern zum
Zweck haben. Wenn zwei Personen austauschen, liegt nicht
schon Handel vor, erst dann, wenn eine „besondere Beschäftigung
d. i ein eigenes Gewerbe getrieben wird, 1)
Dass die Gewerkarbeit produetiy ist, giebt Rau ohne Be

*) Rau, Grundsätze der Volkswirtschaftslehre von Karl Heinr. Rau,
VI. Aufl. Leipzig-Heidelberg 1880. S. 100.
**) A. a. O0. S. 87.
+) Unter Gewerbe versteht Rau (S. 114) Beschäftigung für den Zweck
des Erwerbes.