Der Handel ist nach Dietzel, um noch einmal zusammenzufassen,
 das verbindende Element zwischen den verschiedenen
Hauptwirtschaftszweigen, durch seine Austauschvermittelung werden
 sie erst zum volkswirtschaftlichen Organismus zusammengefügt.
 Er führt den Austausch zwischen den einzelnen Productionen
 herbei, indem er zwischen den einzelnen Producenten und
den Consumenten vermittelt.

Roscher.

Roscher sagt, *) wenn jede Production erst in dem Augenblicke
 vollendet ist, wo das Product für seinen letzten Zweck,
die Consumtion, reif geworden, so ist der Handel gleichsam das
Schlussglied in der Kette der productiven Arbeiten. Er bildet
zugleich eine Menge von Mittelgliedern, da ohne ihn keine Arbeitsteilung
 möglich ist, ohne Arbeitsteilung aber keine höhere Produetivität
 der Wirtschaft überhaupt, und an einer anderen Stelle**)
versteht er unter Handel „das gewerbsmässige Kaufen zum
Wiederverkauf.“ Also er betont das Gewerbsmässige. Er stellt
den Handel in der Volkswirtschaft sehr hoch, als das wichtigste verbindende
 Organ, das die Aufgabe hat, die Marktbildung zu übernehmen,
 und auch den Kaufmann, der sich als Diener der Volkswirtschaft
 ansehen müsste, „dessen Gehalt in einer Tantieme des
Nutzens besteht, welchen er leistet.“
Auch Roscher weist ***) darauf hin, wie notwendig eine
scharfe Fixierung des Handelsbegriffs sei und führt als Beispiel
für eine fehlerhafte die von Endemann an, der sagt, dass jeder
Producent zugleich Händler sein müsse, sonst hätte seine Produetion
 keinen Zweck. (Entw. eines deutschen H.-G.-Bs. $ 14.)
Roscher will die volkswirtschaftliche Productivität des Handels
danach bemessen, wie sehr die zum Volke gehörigen Personen,
welchen der kaufmännische Dienst geleistet wird, die für ihr
Product empfangenen Gegenwerte zu neuer Produetion verwenden.

*) System der Volkswirtschaft Bd, I S 49.
**) System Bd. III (7. Aufl. S. 738.)
***) A. a. O. Ba. III S. 75.