21

Betrieb des Eintausches und Ankaufs von Gütern und der Wiederveräusserung
 derselben zum Zwecke einer Erzielung von Gewinn.“
 Rein äusserlich betrachtet fällt der Warenhandel mit
der „zweckmässigen, den menschlichen Bedürfnissen entsprechenden
 "Transportierung und Aufspeicherung der bewerylichen Sachgüter
 zusammen.“ Die '"’hätiykeit des Kaufmanns ist nicht die
technische Ausführung dieser Vorgänge, sondern die geistige
Leitung nach Massyabe seiner Privatinteressen. Erlangen die
Güter durch diese privatwirtschaftliche Handelsthätigkeit eine
ihre Brauchbarkeit erhöhende‘ Ortsveränderung, und werden sie
dadurch dem Publikum reichlicher und bequemer zugänglich, so
ist sie unzweifelhaft auch volkswirtschaftlich produetiv.
Auch an anderer Stelle spricht sich Lexis für die Produetivität
 des Handels aus. **) Er sieht jede Arbeit als productiv
an, die in irgend einer Weise zu der Herstellung eines Gutes
oder der Erhöhung des objecetiv volkswirtschaftlichen Wertes eines
solchen beiträgt; dies gilt nicht nur für die Transportarbeiten, die
die Güter nach Orten bringt, wo sie eine grössere Nützlichkeit
haben, sondern auch „von der wirtschaftlichen Leitung dieser
zweckmässigen örtlichen Verteiluny der Güter, welche die Aufgabe
 des Handels bildet.“

Losch.

Auch Losch*) unternimmt es zu prüfen, ob der Handel als
Teil der nationalen Gesamtorganisation, seinem Zweck entspricht.
Dieser Zweck besteht darin, die erzeugten Waren vom Orte der
Erzeugung bis zum Orte des Verbrauches zu vermitteln. Der
Handel ist also die Organisation, die die Producte in den Konsum
 überführt.
Er zerfällt in Innen- und Aussenhandel,
Der äussere Handel wird nun versuchen, die im Inlande
herzestellten Erzeugnisse möglichst teuer im Auslande anzubrin-*)

 Handwörterbuch der Staatswissenschaften, Band 53. Jena 1893,
Art. „Production“,
**) Losch, Nationale Production und Nationale Berufsgliederung. 1892
Leipzig.