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Handel ist nach Philippovich jene Erwerbsfähigkeit, *)
welche nicht durch selbständige Production, sondern durch‘ Kauf
und Verkauf von Gütern, an welchen der Händler selbst keine
Veränderung mehr vornimmt, einen Gewinn anstrebt. Er rechnet
 darauf, zu höherem Preise verkaufen zu können, als er eingekauft
 hat. Der Handel bewirkt eine Ausgleichung der (Jütervorräte
 und damit Zugleich eine Ausgleichung der Preise auf
jenen Stand, welcher den gegebenen Verhältnissen der Production
und des Bedarfs entspricht. Der Händler muss eine möglichst
grosse Ausnutzung der Gewinngelegenheiten erstreben, mit Hülfe der
Speculation auch die entstehenden Bedürfnisse berücksichtigen und
für eine rechtzeitige Herbeischaffung der Güter sorgen. Dadurch
trägt er zu einer den Bedürfnissen zeitlich gleichmässig entsprechenden
 Verteilung der Güter bei. Er muss im geeigneten Augenblicke
 dem Producenten gegenüber als Käufer auftreten und
bewirkt somit eine entsprechende ‚Ausdehnung der Production.
Dadurch, dass er auch die Ausnützung der besten Productionsbedingungen
 auch dann gestattet, wenn der Producent an Ort
und Stelle den Absatz nicht finden würde, ermöglicht er auch die
beste räumliche Verteilung der Production,
„In der Ermittelung der Bedürfnisse und der Productionen,
 welche diesen Bedürfnissen genügen können, liegt
die grosse volkswirtschaftliche Bedeutung des Handels.“ Er
regt zu neuer Production an, erhält und fördert bestehende Productionsunternehmungen.
 Schädlich für die Production kann der
Handel anderseits auch wirken, indem er billigere Producte aus
der Ferne herbeischafft. Sein Streben geht dahin, dem Wirtschaftsgebiete
 die volks- und weltwirtschaftlich billigste Güterversorgung
zu ermöglichen.

ka. a. O. Seite 189.