lichkeit der Letzteren erheischt wird“, so zeigt ein Bliek in die
agrarische und verwandte Litteratur, dass das durchaus nicht
der Fall ist.
Um ein Buch aus vielen herauszugreifen. Der Verfasser.*)
desselben betrachtet alle "Thätigkeit nur von dem Standpunkt aus,
ob sie das Volksvermögen vermehren, oder nicht, und da durch
Profitmachen das nicht möglich ist, so kommt der Handel schlecht
weg. Der Verfasser beklagt, dass so viel arbeitskräftige und
arbeitswillige Menschen dem Handelstande dienen müssen, um die
„an sich einfache Arbeit der Warenverteilung zu verrichten“,
und das alles auf Kosten von Urproduetion und Gewerbe. Und
da das so ist, gehört es sich, dass „der Handelsstand sich als
ein dienender, nicht als ein herrschender Stand“ fühle,
Die Warenverteilung müsse „leider“ vorgenommen werden,
und müsse auch „leider“ vom Volksvermögen bezahlt werden.
„Und da der Handelsstand nicht sparsam ist, und die Warenverteilung
 nicht so ausführt, dass die Producenten die Last nicht
spüren, so ist er nicht existenzberechtigt“, nur als Mittel zum
Zweck, Wohlstand zu verbreiten, kann man den Handel gelten
lassen. Zum Schluss wird dann mit grosser Befriedigung festgestellt,
 dass die Landwirtschaft von ihrem Krtrage so viel an
das Volksvermögen abgeben kann, dass die andere Hälfte der
Volksgenossen mitleben kann. So war es auch schon zu der
Zeit, als die Physiokraten ihre I,chre aufstellten.
Als am 6. April 1900 der Staatssekretär (+raf Posadovsky-Wehner
 bei der Plenarversammlung des deutschen Handelstases
über die Aufyabe des lMandels gesprochen hatte, wurde seine
Rede von der agrarischen Presse mit einer recht ungünstigen
Note bedacht. Der Staatssekretär hatte nämlich gesagt: „Die
Aufgabe des Handels besteht darin, die aufgestapelten Krzeugnisse
 der übrigen Erwerbszweiee in die unzähligen Kanäle des
Verbrauchs zu verteilen. Welche Wertsteigerung die fertiye
Ware auf dem weiten Wege von der Erzeugungsstelle bis zum
letzten endgiltigen Verbraucher erfährt, lässt sich für die einzelnen
 Warenvattungen nicht ecinmal durchschnittlich feststellen,
die Wertsteigerung hängt von der Länye des Transportweges,

*) Max ‘Rieck, Deutsche Kaiser und Deutsches Volksvermögen,
Leipzig 1897.