50 Erstes Buch, Vorbemerkung. auch damals bändigte die strenge Zucht der Puritaner ihre Begierde nach Zerstörung verhasster Institutionen und als sie zur Herrschaft gekommen waren, mässigte sich ihre Leiden- schaft. Die siegende Revolution wurde regierungsfähig, sie vernichtete durch den Sieg ihre eigene Macht, nicht aber die Ordnung und Blüte des nationalen Gemeinwesens, Der weise Protector selbst suchte mit aller Macht an die Vergangenheit anzuknüpfen und bald kehrte das Volk begeistert zur legiti- men Monarchie zurück. Die bald folgende zweite, die „glorreiche Revolution“ von 1688 war keine Volkserhebung, sondern eine vom Parlament vollzogene nothgedrungene Aenderung der gesetzlichen Thron- folge und eine Wiederherstellung der alten constitutionellen Grundsätze durch die Majorität der herrschenden Classe. Die „Declaration of rights“ bestätigte die beschränkte Monarchie wie sie dem Wesen nach seit der Magna charta bestand. Der Geist der Puritaner lebte nach der Wiederherstellung der Monarchie unter den Dissenters fort. Aber nicht nur die Befriedigung, welche die theilweise Anerkennung ihrer Prin- eipien. im Jahre 1688 gewährte, bewirkte bei ihnen eine ge- wisse Mässigung, sondern vor allem der Umstand, dass sie den christlichen Boden nicht verliessen, Das Jahr 1688 brachte die Whigs zur Herrschaft. Auch der jetzt immer mehr verschwimmende Gegensatz zwischen Ansichten der Puritaner über das Verhältniss des Regenten zum Unter- ‘hanen waren sehr verschieden von denjenigen, welche die Homilien ein- prägten; ihre Lieblingsgeistlichen hatten durch Wort und Beispiel zum Widerstande gegen Tyrannen und Verfolger ermulhigt. Ihre calvinisti- sachen Brüder in Frankreich, Holland und Schottland standen gegen ab- göttische und grausame Fürsten unter Waffen. Ihre Begriffe über Staats- regierung hatten eine Färbung von ihren Begriffen über Kirchenregiment angenommen. Manche bittere Reden, welche das Volk gegen die bischöf. liche Verfassung schleuderte, konnten ohne viele Schwierigkeit gegen das Königthum gewandt werden und viele Gründe, deren man sich bediente, um nachzuweisen, dass die geistliche Macht am besten in einer Synode residire, schien zu dem Schlusse zu führen, dass die weltliche Gewalt am besten in einem Parlament ihren Sitz aufschlage.