14 Erstes Buch, Cap. 1. Lords und Gemeinen ist doch die vollkommenste Verfassung, wenn nur die Gemeinen eine wahre Volksvertretung sind und ihre Macht nicht auf unrepräsentirte Länder oder Völker ausgedehnt wird — denn das Fundamentalprincip unserer Ver- fassung ist „das Recht des Volks sein eigenes Geld zu hbewilligen.“ Man sieht, Price stellt sich auf einen principiellen, ab- stract rationalistischen Standpunkt und proclamirt sogar, ledig- lich von diesem Standpunkt aus (by the general principles of givil liberty and not by the practice of former times), sein Hauptthema, den Streit mit Amerika behandeln zu wollen. Indem er aber findet, dass die englische Verfassung in ihrem wahren Inhalt praktisch mit dem abstracten Ideal zusammen- fllt, wird er ein Anhänger derselben und sucht einzelne Postulate unter. Berufung auf sie zu motiviren, Der Streit mit Amerika erscheint Price als ein solcher, der nur nach „Vernunft und Gerechtigkeit“ zu entscheiden ist. Er will den Krieg durch Nachgiebigkeit und Versöhnlich- keit beschworen haben, weil England kein natürliches und kein verfassungsmässiges Recht auf Besteuerung der Amerikaner hat — und weil England keinen Vortheil von dem Krieg hat, der nur das Unheil von Papiergeld und wachsender Staats- schuld herbeiführen kann. In Bezug auf letzteren Punkt ist Price ein Vorläufer von Cobbett. Seine allgemeine politische Theorie ist die des utili- tarischen Individualismus und der Volkssouveränetät, die scharf and klar ausgesprochen und dann hauptsächlich zu Gunsten der amerikanischen Colonisten angewendet wird. Bei der praktischen Anwendung wirkt die Anhänglichkeit an die eng- lische Verfassung und ihre Geschichte faktisch als mässigende Schranke. Und wie bei Priestley so wirkt bei Price als eine weitere wichtige praktische Schranke seines extremen Radicalis- mus ein starker Rest des alten puritanischen Glaubenseifers: „In dieser Stunde schrecklicher Gefahr würde es uns ge- ziemen, unseren Sinn auf den Himmel zu richten. Das thun unserer Brüder in den Colonien. Von einem Ende Nord- amerika’s bis zum anderen fasten und beten sie. Aber was