78 Erstes Buch, Cap. 1. für ihn vom Herausgeber vollständig aufgezählt werden. Sein letztes grosses Werk, die „Natural Theology“ enthält die voll- kommenste Zusammenfassung des Paley’schen Gottesglaubens und Christenthums — seine für uns bedeutungsvollste grössere Schrift ist aber die erste, nämlich die „Principles of Moral and Political Philosophy“ von 1785. Um zuerst einen kurzen Blick auf die späteren Werke zu werfen, so enthält die „Natural Theology‘“ in äusserst ge- schickt populärer Darstellung, in verschiedenen angenehm an- regenden Variationen und mit Aufwand einiger naturwissen- schaftlicher Kenntnisse den alten trivialen Satz, dass es einen Gott geben müsse, weil alle Naturgesetze einen Gesetzgeber, weil alles Kunstvolle, Schöne und Zweckmässige einen Grund und eine Ursache, einen schaffenden Willen voraussetzt. Wenn wir die Welt ansehen, so müssen wir gerade so einen denkenden Schöpfer der Welt annehmen, als uns der Anblick der Uhr zur Annahme der Existenz eines Uhrmachers zwingt, Denn jede sinnreiche Schöpfung muss einen sinnreichen Schöpfer haben (‚‚a contrivance must have a contriver*‘). Diese äusserst nüchterne und von Paley ohne jeden prak- tischen oder theologischen Schwung ausgeführte Betrachtung ist an sich nichts Weiteres als eine Anwendung des allgemei- nen Causalitätsgesetzes, sie sagt uns des Näheren über das Wesen Gottes und seine fortgesetzten Beziehungen zur Welt Nichts. Man gewinnt im Grunde nur einen Namen für die unbekannte Ursache aller Dinge und die Vorstellung , dass diese Ursache, genannt Gott, eine mit Selbstbewusstsein be- gabte und mit bewussten Absichten erfüllte Persönlichkeit sein müsse. Dabei ist aber nur die Nothwendigkeit einer Ur- sache überhaupt strikte beweisbar und bewiesen, während für die Behauptung, dass der schaffende Gott in der That „an intelligent Creator“ sein müsse, sich nur eine grosse Wahrscheinlichkeit beweisen lässt. Indessen Paley ist der Ansicht, dass sein auf rein rationa- listischem Wege bewiesener Gottesglaube das religiöse Gefühl überhaupt belebe und eine Neigung zum Glauben an Offen- barung hervorrufe. Aus dem Theismus der ‚natürlichen