Frauen- und Kinderarbeit. 619 sund, die Fabrikkinder für gesunder als andere, die auf der Strasse herumlaufen, und 15stündige Arbeitszeit für un- schädlich !). Vielfach sagen die Fabrikanten, dass die Arbeiter keine Ver- kürzung der Arbeitszeit wollen aus Furcht vor Lohnminderung und dass die Kinder in der Hausindustrie schlechter daran sind. als in den Fabriken ?), was andere Zeugen widerlegen %). Manche Fabrikanten gestehen. zu, dass Ueberarbeit der Kinder vorkomme, wollen aber aus Princip kein Gesetz; so der berühmte Schöpfer der grossen keramischen Industrie, Wedgwood*), der selbst zumeist nur 7 jährige Lehrlinge vom 13. Lebensjahr ab hielt, daneben aber auch jüngere Kinder — auf Wunsch ihrer Eltern. Die rosigen Aussagen von Fabrikanten, denen damals noch gar keine Aussagen von Arbeitern, sondern nur von Aerzten und Beamten gegenübergestellt wurden, verdienen in der That wenig Glauberi, nicht nur weil dieselben zu abge- stumpft gegen das sie umgebende Elend waren, sondern auch weil sie sich sehr häufig direct widersprechen. Was soll man sagen, wenn ein Fabrikant aussagt, Arbeit von 8jährigen Kindern sei den Meistern gar nicht vortheilhaft — ihr Verbot aber würde die Industrie ruiniren, Diesen kurzsichtigen Anschauungen stehen gegenüber die Aussagen der zwei hervorragendsten Fabrikanten Robert Owen und Sir Robert Peel. Robert Owen beschäftigte 10jährige Kinder 12 Stunden per Tag inel. 1!/, Stunde Pause, Sein Vorgänger Dale hatte 5—6 jährige Kinder beschäftigt, die aus den Armenhäusern von Edingburgh kamen und 13 Stunden arbeiteten. Owen ua. a. 0. 8. 114, 121. 2a. O0. S. 53. 3) a, a O. S. 147. Es kam jedenfalls vereinzelt schon frühzeitig vor, dass die Arbeiter gegen zu lange Arbeitszeit opponirten, Im Fifth Report on Artizans and Machinery 1824 S. 582 wird erzählt, dass die Seidenweber in Macclesfield einen Strike machten, um die Arbeitszeit der Kinder von 12 auf 11 Stunden zu setzen. 4) Report von 1816 8. 60 ff., vgl. dazu S. 271, 362,