Frauen- und Kinderarbeit. 629 denen die geringe Mächtigkeit des Kohlenlagers zur Anlage niedriger Gänge veranlasste, in denen Kinder sich noch be- wegen konnten, nicht aber Pferde oder Esel.) Die Kinder wurden dazu verwendet, die Thüren in den Gängen auf und zuzumachen, die Wege zu reinigen, Kohlen in die Rollwagen zu tragen, Wasser auszupumpen — und den Rollwagen in den niedrigen Gängen kriechend zu ziehen.?) Auch das kam vor, dass Mädchen schwere Kohlenlasten auf ihrem Rücken hohe Leitern hinaufschleppen mussten. Die Frauenarbeit unter der Erde war besonders in Schottland entwickelt, wo die Frauen die allerunangenehmsten Arbeiten übernahmen.?) Die Bergwerksbesitzer behaupteten zwar, es würden nur acht bis neunjährige Kinder beschäftigt. Die Besitzer aber wussten gar nicht, was in der Tiefe der Grube vorging, denn sie waren mit ihren speculativen Berechnungen über der Erde beschäftigt. Eine erdrückende Menge von Fällen, die consta- tirt wurden, bewiesen unwiderleglich, dass sieben- bis acht- jährige Kinder ganz gewöhnlich, sechsjährige nicht selten waren.*) Selbst Fälle von vierjährigen Kindern wurden con- statirt.°) Um vier oder fünf Uhr Morgens wurden die armen Geschöpfe aus den Betten zu 15—16stündiger Arbeit®) her- ausgerissen; sie genossen dabei mitunter die Gesellschaft total nackt arbeitender Männer und wurden von dem Aufsichtsper- sonal mit Schlägen tractirt ”). Die durchschnittliche Arbeitszeit betrug wohl nur zwölf Stunden, aber mehr als sechzehnstündige Arbeitszeit und regelmässige Nachtarbeit, sei es zur Vorbereitung der Tages- arbeit oder zur ununterbrochenen Fortsetzung des Betriebs mit zwei Reihen von Arbeitern kamen vor); die Mahlzeits- Ha. a 0.8. 10, 68, 2 a. a. 0. S. 66, 91. 3) a. a. 0. S. 24, 91. 2a. a. 0.589 55a a O0. S. 9, 15, 16. 8) a. a. O. S. 50, 51. 7) a a. 0, S. 84, 125. 8) a, a. O0. S. 106 £&, 115, 116.