Handwerk und Grossindustrie, . 677 die Faetoren der Gesetzgebung beherrschten, da war die Blüthe des alten Handwerkermittelstandes vernichtet und ein neuer Herrenstand, trat tonangebend ins Leben — ähnlich wie einst die ritterlichen Grundherren die freien Bauern all- mälig unterwarfen. Ein neuer Herrenstand, d. h. eine neue Kraft und eine neue effeetreiche Zusammenfassung der schwächeren Kräfte; eine nationale Kraft, denn es mass sich die neue Concentrir- tere Produetion mit der des Auslands. Eine Kraft, d. h. ein Fortschritt, wie alle Fortschritte nur durch Kampf und Lei- den vieler Einzelnen errungen, aber eine Steigerung der Macht der Menschheit; wie alle Fortschritte auf wirthschaft- lichem Gebiet langsam entwickelt und lange Zeit in ihrer vollen Bedeutung nicht erkannt — aber trotz aller ohnmäch- tigen verständnisslosen Gegenbestrebungen unwiderstehlich sich bahnbrechend, weil die Menschheit nicht darauf verzich- ten kann, dass durch bessere Eintheilung der Arbeitskräfte, bessere Verwerthung natürlicher Productionsbedingungen, die Menge des Verzehrbaren, und damit die Menge der Menschen. welche leben können, wächst. ; Ununterscheidbar sind in socialen Entwicklungen Ursache und Wirkung verschlungen. Ewig wird die Frage unbeant- wortbar bleiben: hat die kühne Thatkraft einzelner Besitzen- der den Absatz in grössere Ferne entdeckt, d. h. geschaffen, oder hat die Möglichkeit des grösseren Marktes die Speeu- lation herrschender Capitalisten erweckt? Das Eine nur steht fest, dass zwischen den Mittelstand gewerblicher Arbeiter und den erweiterten Consumentenkreis gine neue Macht in die Mitte trat, und dass deren Herrschaft durch die Flussregulirungen im Anfang des 18. Jahrhunderts, durch die Canäle Brindley’s seit 1755 definitiv. besiegelt wurde. Dadurch wurde das ganze Inland ein einheitliches Wirthschaftsgebiet und auch in der für den heimischen Markt überseeisches Material begründeten und eine neue Technik entwickelnden Baumwollenindustrie bezeichnet den Umschwung um schärfsten.